Eröffnung

Miniaturwelten mit Loks und Gleisen

Geesthacht. Wo früher an japanischen Motorrädern geschraubt wurde, gibt es jetzt eine Werkstatt für Filigrantechniker: An der Pankower Straße 17 hat "Meises Modellbahn-Center" eröffnet.

Guido Meißner (44) und Uwe Denker (51) haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und bieten all das an, was die Herzen von Modellbahnfans im Nu höher schlagen lässt. Auf einer Fläche von 300 Quadratmetern gibt es Loks, Gleise, Waggons, Trafos, Häuser, Autos, Bäume und vieles mehr für die Modellbahnanlage. Und wie es sich für eine ehemalige Werkstatt gehört, werden natürlich auf Wunsch auch selbst geplante Anlagen gebaut.

Meißner selbst ist eingefleischter Märklin-Fan und schon seit Jahren Modellbahn-Freund. Vor vier Jahren hat er dann zufällig Denker kennengelernt. "Ich war viel im Internet unterwegs, habe auf Anfrage Modellanlagen geplant", berichtet Meißner, der eigentlich eine Versicherungsagentur betreibt. "Als dann immer öfter die Frage aufkam, ob ich nicht auch das Material liefern könne, habe ich mit einem Versand begonnen", sagt der 44-Jährige. Und weil sich das Hobby immer weiter entwickelte, wurde es Zeit, ein eigenes Fachgeschäft zu eröffnen. Das ist "Meises Modellbahn-Center".

"Es gibt heute nur noch extrem wenig Fachgeschäfte für den Modellbahnbedarf", sagt Meißner, der mittlerweile Kunden aus ganz Deutschland und weltweit betreut. 70 Prozent des Umsatzes macht er über den Versand - doch dank des neuen Ladens im Düneberger Industriegebiet soll der Direktverkauf wachsen.

"Modellbahnanlagen sind längst kein Hobby für Kinder. Sie spielen höchstens mal beim Vater oder Opa mit", weiß Meißner. Denn: Für eine Starterpackung muss der Einsteiger etwa 1500 Euro hinlegen, bekommt dafür zwei Züge, ein paar Gleise und eine zentrale Steueranlage. Meißner: "Wer eine Zimmeranlage möchte, sagen wir mal 1,20 mal drei Meter groß, der muss für die gesamte Anlage mit Kosten von rund 5000 Euro rechnen." Allein eine Lok kostet schnell 300 oder 400 Euro. Dazu kommen Autos (von Herpa für gute zehn Euro pro Stück, Laster sind deutlich teurer), Plastikhäuser verschiedener Epochen als Bausatz und jede Menge individuelle Extras von Streugut für Wiesen über Straßenlaternen, Minifiguren und Bäume bis hin zu selbst gestalteten Bergen aus Styrodor.

In "Meises Modellbahn-Center" gibt es neben Märklin und Herpa auch viele weitere bekannte Marken wie Faller, Kibri, Viesmann, Trix und Auhagen. "Es reicht bei uns von Z bis Spur 1", sagt Meißner. Bekannt ist vor allem der Maßstab H0, in dem beispielsweise das Miniaturwunderland in Hamburg angelegt ist.

Wem die Zeit und die Ruhe fehlen, sich eine eigene Anlage zu entwickeln oder zu bauen, der kann beides durch Guido Meißner und Uwe Denker erledigen lassen. Sie planen in 3D und bauen in der eigenen Werkstatt an der Pankower Straße die Wunschwelt als Miniatur auf. "Technisch sind da heute kaum noch Grenzen gesetzt. Selbst die Loks sind digitalisiert und verfügen über Geräusche", sagt Meißner. Er sagt: "Jedes Kind kennt heut eine Playstation 3, weiß aber nichts über Dampfloks."

Bei "Mohrmann" in Geesthacht und "Heinicke" in Bergedorf gab es früher eine große Auswahl solcher Spielwaren. "Wir wollen an diese Tradition der Fachhändler gerne anknüpfen. Der Zuspruch in Geesthacht hat uns schon überrascht", sagt Meißner nach den ersten Wochen. Mit Aktionstagen - wie am 17. August mit einem Infotag zur Digitaltechnik von Märklin - sollen Kunden auch aus der weiteren Umgebung angelockt werden. Die Nähe zum Miniaturwunderland gilt dabei als positiv, so Meißner, weil viele Kunden die Besuche miteinander verbinden. Im Modellbahn-Café, das im Oktober fertig sein soll, gibt es Raum zum Klönen und eine Schauanlage von Märklin.

Kluge Kinder lesen Zeitung: Tipp

Sprechen Sie mit Ihren Kindern doch einmal darüber, wie Loks, Waggons und Autos für Modellanlagen entstehen. Bei den Herstellern bauen Modellbauer meistens nach Originalplänen die Miniaturen nach, um dann Formen zu fertigen, in denen die Einzelteile hergestellt werden. Autos oft aus Kunststoff, Loks aus Metall. Im Hamburger Miniaturwunderland (Speicherstadt, Kehrwieder 2-4) können Sie Ihren Kindern zeigen, was alles möglich ist. Guido Meißner (44, vorn) und Uwe Denker (51) haben im Düneberger Industriegebiet ein Modellbahn-Fachgeschäft mit Testanlage für Probefahrten eröffnet.

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