Elbstraße

Architekt unterstützt Anlieger

Geesthacht (tja). Eigentlich sollte der Ausschuss für Bau und Verkehr die Sanierungspläne zur Elbstraße am Montag abschließend beraten.

Doch weil Bürgermeister Volker Manow das Projekt zur Chefsache gemacht hat und Montag nicht kann, wurde die Beratung verschoben. Neuer Termin soll der 6. Juni sein.

Von Geesthachts Grünen und der CDU gibt es klare Bekenntnisse: Genau wie die Anwohner lehnen die Grünen die Planung ab, die CDU ist laut Fraktionschef Karsten Steffen "grundsätzlich" dafür. Die Anwohner der Elbstraße bekommen jetzt von dem Architekten Helmuth Schlingemann Unterstützung. "Die Kirche mit ihrem Umfeld ist eine kulturhistorische Leistung unserer Vorväter. Wer hier eingreift, begeht einen nicht wieder gut zu machenden Planungsfehler", sagte Schlingemann zu Werner Büttner und Bernd Inter von der Interessengemeinschaft Elbstraße. "Die Rechthaberei der Stadt muss aufhören, die Argumente der Anwohner sind klar nachzuvollziehen", sagt Schlingemann. "Anders sieht es übrigens mit der Kostenaufstellung aus. Einfach nur zu sagen, die Anwohner müssen 7,50 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche zahlen, ist zu wenig", sagt der Architekt. Er will jetzt Gespräche mit der Kirche und dem Heimatbund führen, um die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass die Kirche durch die geplante Treppenanlage zur Elbstraße an Wert verliert. "Das Ensemble ist absolut stimmig. Da darf man nicht eingreifen, und wenn, dann nur mit leichten Pflegeschritten", sagt Schlingemann. Er rät den Anwohnern, sich Beistand von einem Fachanwalt zu holen.

Die Umgestaltung der Elbstraße bleibt eine unendliche Geschichte. Bereits 2003 hatte es erste Pläne gegeben. Seitdem war das Thema zwölf Mal im Ausschuss. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft fürchten, dass Geesthachts letzte historische Straße ihren besonderen Charme im Zuge der Sanierung einbüßt. Der Entwurf zur Sanierung stammt vom Lübecker Büro TGP. Danach soll die Elbstraße komplett aufgerissen werden, in Höhe Kirchenstieg und Hafenstraße sollen Rampen angelegt werden, um das künftig auf Gehwegniveau gebrachte Pflaster der Fahrbahn anbinden zu können. Vom ehemaligen "Hotel Stadt Hamburg" her soll die Elbstraße laut TGP eine Sackgasse werden, vom Hafen her der Verkehr in die Hafenstraße umgeleitet werden. Die Kirche soll ein Baumkranz aus 15 Meter hohen Linden säumen.

Die Gestaltung "Rund um St. Salvatoris", die dem Stadtsanierungsprojekt den Namen gab, gilt seit Jahren als städtebauliches Ziel. Im Zuge der Planung gab es immer wieder neue Widersprüche, etwa weil der Kirchenstieg erst als abgängig galt, dann als einwandfrei und nun wieder als abgängig. "In meinen Augen ist der Kirchenstieg einwandfrei und auch am Pflaster der Elbstraße müsste man nur kleine Ausbesserungen vornehmen", sagt Schlingemann. "Das ist aber ohnehin Aufgabe der Stadt. Und dass man uns hier ein Trennkanalsystem einbuddeln will, an das wegen vorhandener Leitungen niemand angeschlossen werden muss, ist doch ein Schildbürgerstreich", sagt Büttner. Die Anwohner, die bis zu 10 000 Euro für die Maßnahme zahlen sollen, wollen auf eine schlichtere Maßnahme hinwirken. Schlingemann: "Man sollte nicht Geld, das man nicht hat, in Veränderungen investieren, die nicht gewollt sind."