Grüne zur Kandidatur

"Wüppesahl ist doch nur ein Trittbrettfahrer"

Geesthacht (tja). In Geesthacht gibt es erste Reaktionen auf die Nachricht, dass der ehemalige Bundestagsabgeordnete Thomas Wüppesahl Bürgermeister werden will.

Ali Demirhan und Petra Bolte von den Grünen, denen der 54-Jährige früher angehörte, nennen Wüppesahl einen "Trittbrettfahrer". "Wir unterstützen einmütig die Kandidatur von Volker Manow", heißt es von Fraktion und Ortsverband. Sie führen die Fairness, Besonnenheit und Menschlichkeit des Ersten Stadtrates an. "Er hat sich unseren Respekt erworben", so Annedore Granz vom Ortsvorstand. Verwundert zeigte sich Bettina Boll (Grüne) über die Aussage Wüppesahls, dass ihn Vertreter von Bürgerinitiativen gegen das Atomkraftwerk Krümmel förmlich zu einer Kandidatur gedrängt hätten. "Mir ist keine Initiative bekannt, die Wüppesahl unterstützt und mit der er überhaupt gesprochen hat", so Boll.

Manow selbst bleibt trotz des überraschend aufgetretenen Gegenkandidaten für die Wahl am 13. Dezember gelassen. Denn fraglich ist, ob der ehemalige Kriminalbeamte Wüppesahl überhaupt die Wählbarkeit für das Amt erhält. Dazu muss (wir berichteten) ein Gnadengesuch positiv entschieden werden. Und ob das bis zur Bewerbungsfrist, die am 26. Oktober ausläuft, gelingt, ist fraglich. Zudem: Beamte, die zu mehr als zwölf Monaten Haft verurteilt wurden, verlieren ihren Beamtenstatus. Wüppesahl saß wegen der Planung eines Gewaltverbrechens in Haft, war 2005 zu viereinhalb Jahren verurteilt worden und ist nur vorzeitig freigekommen.

Schwerpunkt in den bisherigen Äußerungen Wüppesahls ist das Kernkraftwerk Krümmel. Er plädiert dafür, dass die Bürger bei seiner Zulassung zur Wahl zwischen Manow, den Wüppesahl für einen Atomkraftbefürworter hält, und ihm als Gegner entscheiden könnten. "Was den Betrieb des Kraftwerkes angeht, hat die Stadt Geesthacht überhaupt keinen Einfluss, da werden wir nicht einmal gefragt", sagt Manow.