Ausflugstipp

Auf den Spuren des weißen Goldes in Lüneburg

Lüneburg. Die schönste Aussicht auf die alte Salzstadt kann man mittlerweile ohne größeren Aufwand genießen.

Seit wenigen Jahren bringt ein Fahrstuhl die Besucher bis zur Ebene 6 im alten Wasserturm. Von dort sind es noch 20 Stufen bis zur 56 Meter hohen Panoramaterrasse, die einen malerischen Blick auf Lüneburg bietet. Bei gutem Wetter kann man bis nach Hamburg sehen, hat unter sich das nahezu intakte Dach-Panorama der mittelalterlichen Stadt mit drei mächtigen gotischen Kirchen, dem Flüsschen Ilmenau, seinen Mühlen und dem Kalkberg.

Es war das Salz, das weiße Gold, das Lüneburg großen Reichtum brachte. Denn Salz war damals das einzige in der Natur vorkommende Konservierungsmittel. Überall in der Stadt zeugen die mächtigen Kaufmannshäuser mit ihren charakteristischen Giebeln vom Wohlstand der Salzhändler. Von hier ließen sie ihre Kostbarkeit mit Pferdefuhrwerken auf der Alten Salzstraße in die Hansestadt Lübeck fahren und von dort in den gesamten Ostseeraum verschiffen. Um 1600 fiel der Salzhandel in eine tiefe Krise. Doch die Erinnerung daran lebt weiter. Kopfsteingepflasterte Straßen laden nicht nur zur geschichtlichen Erkundung, sondern auch zum gemütlichen Bummeln ein. Unter den Giebeln findet man heute viele Geschäfte, zünftige Gaststätten und eine Vielzahl uriger Kneipen. Rund eine Viertelmillion Übernachtungen im Jahr zählt die Tourist-Information der Lüneburg Marketing GmbH. Lüneburg ist "in" - und das mehr denn je, seit die hier beheimatete ARD-Telenovela "Rote Rosen" täglich läuft.

Die frühere Bedeutung des Handels ist noch heute allgegenwärtig. Bestes Zeugnis bietet die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, die das imposanteste Gebäude der Stadt am Kopf des Vorzeige- Platzes "Am Sande" als Domizil erhielt. Das Schmuckstück wurde 1548 als Brauhaus errichtet und diente diesem Zweck über Jahrhunderte. Lange Zeit war Lüneburg Braustätte, was sich auch im einzigen Brauereimuseum Norddeutschlands (Heiligengeiststraße 39-41) anschaulich nachvollziehen lässt. Auch das Salz lässt sich noch hautnah erleben: In der ehemaligen Saline befindet sich das Deutsche Salzmuseum (Sülfmeisterstraße 1). Kein staubiges Museum, sondern eines zum Anfassen und Fühlen. Im Jahr 956 wurde die Saline erstmalig urkundlich erwähnt, erst 1980 wurde sie geschlossen. Die alten Salinengelände und Produktionsanlagen bilden die Grundlage des Salzmuseums. Salz auf der Haut gibt es auch im "SaLü", der Salztherme Lüneburg. Mit Sole-Wellenbad, Sole-Außenbecken und Sole- Bewegungsbad erfüllt sie die Ansprüche an eine moderne Badelandschaft mit Riesenrutsche, Solarien, Wellness-Angeboten und großer Sauna (Erwachsene zahlen für vier Stunden im Badebereich 10,50 Euro, Kinder 6,50 Euro).

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