Neuallermöhe

25 Jahre lang ein Armenhaus gewesen

Jubiläum: Bürgerhaus feiert Geburtstag

Bergedorfs ältestes Bürgerhaus ist jetzt 25. Mehr als 70 Gratulanten feierten gestern mit Geschäftsführer Uwe Jensen und seinem Helferteam am Ebner-Eschenbach-Weg das erste vollendete Vierteljahrhundert des sozialen Treffpunkts im Stadtteil. "Dieses Haus war stets reich an Ideen, Engagement und Ambition, in Sachen Förderung aber stets ein Armenhaus", bedauerte Robert Gruber von der Fraktion der Linken in seinem Grußwort.

Tatsächlich war die Finanzierung des Bürgerhaus-Betriebs in all den Jahren stets auf wackligen Füßen.

"Wir haben im Jahr 2012 vom Bezirk noch 116 000 Euro Zuwendungen erhalten, 2013 waren es 93 500 Euro, und in diesem Jahr sollen es nur noch 85 750 Euro sein", rechnete Jensen seinen Gästen vor. "Wir mussten deswegen schon zwei Mitarbeiter entlassen." Gleichwohl fehlen dem Haus, das jährlich etwa 100 000 Besucher zählt, in diesem Jahr 20 000 Euro: Das Personal kostet 125 000 Euro, die Bewirtschaftung 50 000 Euro, an Saal- und Raummieten kommen aber nur etwa 70 000 Euro herein.

Doch Bürgerhaus-Chef Jensen und seine künftige Nachfolgerin Anna Gerhardt blicken nach vorn. Für einen neuen Seniorentreff in Kooperation mit der Offenen Seniorenarbeit Hamburg planen sie einen 250 Quadratmeter großen Anbau, der nach Möglichkeit bis zum Fleet heranreichen soll. Er soll einen Saal mit Bühne, drei Büros, ein Lager für die Kanus und einen weiteren Lagerraum beherbergen. 670 000 Euro soll das Haus nach Berechnungen des Architekten Rolf Seifert kosten. Mit den zusätzlichen Einnahmen aus der Raumvergabe will Jensen versuchen, die gekürzten Zuwendungen des Bezirks auszugleichen.

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