Bergedorf

Endlich Licht für die Sternwarten-Besucher

LED-Spezialleuchten sollen Astrophysiker nicht stören

Ein Besuch auf der Sternwarte kann schmerzhaft enden. Das ahnt jeder Gast, der das Besucherzentrum schon mal nach Einbruch der Dunkelheit verlassen oder an einer nächtlichen Führung zu den Teleskopen teilgenommen hat: Weil die Astrophysiker der Universität Hamburg bis heute auf dem Gelände des Observatoriums ihren Sitz haben und regelmäßig Sternenbeobachtungen machen, ist es hier stockdunkel. Jegliches Licht stört die Wissenschaft, die erzwungne Finsternis aber schreckt die Gäste ab.

Doch jetzt bahnt sich eine Lösung im Dauerstreit der beiden Lager an: Die Universität hat in zweijähriger Vorbereitungszeit ein Beleuchtungskonzept entwickelt, das alle Anforderungen erfüllen soll. Für 54 400 Euro werden 41 LED-Spezialleuchten installiert, die die beiden Hauptwege samt Eingängen, den Parkplatz, den Zugang zum Besucherzentrum und den Pfad vom Großen Refraktor zum Äquatorial spärlich, aber ausreichend beleuchten.

Nach Angaben der Universität gelingt das durch gezielten Lichtaustritt zum Boden und den Einsatz von Spezial-LEDs, deren Abstrahlung sich durch Filter an den Teleskopen wesentlich absorbieren lassen. Weil sie zudem weder Infrarot- noch UV-Strahlung erzeugten, blieben Beobachtungen in diesem Bereich sogar ganz vom Licht verschont.

Geplant sind auf dem Gelände hüfthohe Pollerleuchten, an den Eingängen und auf dem Parkplatz je eine Mastleuchte. "Trotz der besonderen Technik gilt weiterhin, dass die Beleuchtung nur dann eingeschaltet werden sollte, wenn sie wirklich für Veranstaltungen gebraucht wird", betont Dr. Ulrike Prechtl-Fröhlich von der Universitätsverwaltung.

Wann die Lampen aufgestellt werden, hänge am Bezirk Bergedorf, der knapp ein Drittel der Kosten übernehmen soll. Hier hat der Kulturausschuss am Montag für Schwung gesorgt: Einstimmig votierte das Gremium für die Freigabe von rund 17 000 Euro. Mit dem Geld werden die Kosten für jene 22 Leuchten gedeckt, die von der August-Bebel-Straße bis zum Besucherzentrum im 1-Meter-Spiegel für Sicherheit sorgen. Der Betrag soll unter anderem aus dem Werbe-Etat für das Besucherzentrum fließen. Stimmt die Bezirksversammlung dem am 30. Oktober zu, können die Arbeiten beginnen.

Ganz mag Rudi Walter (Linke) der Planung aber noch nicht trauen: "Die Bürgerschaft hat ihre Entscheidungen über die Mittelvergabe für die noch ausstehenden großen Sanierungsarbeiten auf der Sternwarte auf 2015 verschoben. Wer stellt sicher, dass wir die Beleuchtung jetzt nicht an der falschen Stelle aufstellen?", fragte er im Kulturausschuss. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast sieht das entspannt: "Alle Planungen laufen bei der Universitätsverwaltung zusammen. Die werden das schon koordinieren."