Bergedorf

Der Schriftsteller aus "Tannbüttel"

Huug van't Hoff: Stipendiat der Kulturbehörde will ersten Roman veröffentlichen

Einen "inspirierenden Aufenthalt" hatte Kultursenatorin Barbara Kisseler dem Bergedorfer Schriftsteller Huug van't Hoff gewünscht - er ist einer von acht Autoren, die mit knapp 10 000 Euro unterstützt wurden für Arbeitsaufenthalte an ruhigen Orten. Nun ist der Stipendiat zurück aus Neudorferhof in der Nordpfalz und schwärmt vom "einsamen Hof am Hunsrück": Viel Ruhe habe er gehabt, um täglich fünf bis sieben Stunden an neuen Projekten zu arbeiten.

Neben einem Theaterstück, das er nun fertig geschrieben hat, begann der 41-jährige einen neuen Roman: "Der erste ist schon fertig, eine Mischung aus Krimi und Gesellschaftsroman. Schon fünf Verlage interessieren sich dafür, aber ich habe noch keinen Vertrag", sagt der Autor, dessen Werk im fiktiven Hamburger Stadtteil "Tannbüttel" spielt - und sogar das Bergedorfer Schloss erwähnt. Der Titel stehe bereits fest: "Nicht alles war Anders".

Dass van't Hoff sein Stipendium auf zwei Wochen befristen musste, liegt am Bergedorfer AstroArt-Literaturwettbewerb, bei dem sich 362 Schreiber beworben und Texte zum Thema "Irrlichter" eingereicht haben. Nächsten Montag tagt die Jury, "dann muss ich natürlich dabei sein", sagt der gelernte Buchhändler, Literatur- und Medienwissenschaftler. Und er wird auch Ende August dabei sein, wenn der "Bergedorfer Schloss-Schreiber" gewählt wird - samt Stipendium und Arbeitszimmer im Schloss.

Huug van't Hoff, der selbst Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke "und anderes Zeug" schreibt, hat sich in Bergedorf längst einen Namen gemacht - spätestens seit er im "Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Kommunikation in Bergedorf" die ersten Biergartenlesungen plante. Zudem bietet er bei der VHS kreative Schreibkurse an und organisierte zusammen mit Ella Marouche 2013 den "Theaterposten" mit sechs Aufführungen auf dem Bahnhofsvorplatz.

Zuletzt sahnte der 41-Jährige beim "vitaphonus"-Autorenwettbewerb einen zweiten Preis ab, als es um originelle Hörspiele aus der Kategorie Hamburg-Krimi ging: Sein Werk "Mordsflut" begeisterte die Berliner Jury.