Lohbrügge

Ein Drittel Kunstwerk für 50 000 Euro

Skulptur soll wiederhergestellt werden

Es scheint eine unendliche Geschichte zu werden: Seit nunmehr drei Jahren steht die Bergedorfer Skulpturengruppe an der Alten Holstenstraße vor Marktkauf ohne dritten Teil da. Erst wurde die Bronzeskulptur in Form eines Torsos beschädigt, dann dieser vom Bezirksamt abgebaut und anschließend vom Bauhof gestohlen. Und ein Wiederaufbau ist immer noch nicht in Sicht. Denn es fehlt das Geld - etwa 50 000 Euro.

Zwar gestand Bezirksamtsleiter Arne Dornquast in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses, dass der Bezirk rechtlich dazu verpflichtet sei, das Kunstwerk wiederherzustellen: Darauf habe der Künstler Rolf Thiele ein Anrecht. "Aber wer die Kosten übernimmt, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Gespräche mit dem Künstler und der Kulturbehörde laufen noch", sagte er.

Bei Rudi Walter, zugewählter Bürger für die Linken im Kulturausschuss, sorgt diese Aussage für Unverständnis: "Ich bin fassungslos, mit was für einer Interesselosigkeit der Bezirk an dieses Thema herangeht." Ihn beschleiche mittlerweile das Gefühl, dass die Finanzierung auf die lange Bank geschoben werde: "Das ist die Fortsetzung eines langjährigen Skandals."

Unterstützung bekommt Walter, der bislang ziemlich allein in seinem Kampf um den Wiederaufbau des Kunstwerkes war, mittlerweile auch von der SPD. So sagte Christoph Mallok im Ausschuss: "Wir haben ein Interesse daran, dass das Kunstwerk wieder vervollständigt wird." Damals habe man Glück gehabt, dass der Gründer des Suba-Centers (heute Marktkauf), Dr. Ernst Langner, Bergedorf das Kunstwerk geschenkt habe. 200 000 Mark hatte es seinerzeit gekostet. Jetzt sei es an der Bezirksverwaltung, sich darum zu kümmern.

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