Bergedorf

Kritik an 120-Millionen-Euro-Projekt

"Weidensteg" Anwohner sorgen sich um Verkehr, Einzelhandel und Bodensanierung

Die ersten Planungen liegen bereits acht Jahre zurück, jetzt nimmt das Projekt "Wohnen am Weidensteg" rasant an Fahrt auf. Nachdem der Stadtplanungsausschuss bereits im November grünes Licht für das notwendige B-Planverfahren gegeben hat, ist am Dienstagabend auch die Öffentliche Plandiskussion über die Bühne gegangen. Etwa 100 Menschen nahmen an der Veranstaltung in der Schule Nettelnburg teil, viele von ihnen äußerten ihre Bedenken an dem 120-Millionen-Euro-Projekt.

So kritisierten die Teilnehmer nicht nur den drohenden Anstieg des Verkehrs durch weitere 450 neue Wohnungen. Sie sorgten sich auch um die Einzelhandelssituation im Umfeld. Da am Weidenbaumsweg ein etwa 3000 Quadratmeter großes Nahversorgungszentrum mit Supermarkt und Drogerie geplant sei, sehe er den Nettelnburger Penny-Markt am Ameisweg und Edeka am Wiesnerring wegbrechen, warnte zum Beispiel Robert Gruber von den Linken.

Eine Sorge, die laut Klaus Wittman, Stadtplaner im Bezirksamt, nicht unbegründet ist: Das erstellte Einzelhandelsgutachten schließe nicht aus, dass vorhandene Einrichtungen darunter leiden könnten. "Man muss aber berücksichtigen, dass am Schleusengraben insgesamt 1200 Wohnungen entstehen sollen. Die müssen versorgt sein", betonte er. Zudem sei diese Nutzung eine Möglichkeit, die auf der Fläche stehenden Hallen der Hanseatischen Motoren-Gesellschaft zu erhalten.

Kritische Nachfragen kamen auch zu der notwendigen Bodensanierung auf der 5,5 Hektar großen Industriebrache. Doch auch diese parierte Wittmann: "An einem Sanierungskonzept wird gearbeitet. Der Boden wird so hergerichtet, dass dort Wohnen und Arbeiten möglich ist."

Hamburg verfüge bei diesem Thema über hinreichend Erfahrung, ergänzte Baudezernent Uwe Czaplenski. Er versicherte gleichzeitig, dass die Kosten dafür komplett von den Grundeigentümern der Fläche übernommen würden, von Gerhard von Raffay und Hans-Werner Maas.

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