Bergedorf

Kunstschüler wollen Brücke schmücken

Projekt: Gemälde soll Schmierer stoppen

Die hässliche Brücke mit den Betonwänden, welche die Ernst-Mantius-Straße über die Bille führt, ist den Bürgern und Politikern in Bergedorf schon lange ein Dorn im Auge. Die Brückenwände sind beliebtes Objekt von Graffiti- und Parolenschmierern. Aber selbst wenn deren farbige Hinterlassenschaften nicht wären: Die klobig-grauen Brüstungen selbst sind gleich hinter dem Schlosspark eher ein Schandmal als gelungene Architektur.

Eine neunte Klasse des Hansa-Gymnasiums will nun Abhilfe schaffen. Gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Miriam Meier haben sich die Schüler die Fachrichtung "Gestaltung von öffentlichem Raum" vorgenommen und wollen nun die Brückenmauern mit künstlerischer Gestaltung aufwerten. Den Politikern des Fachausschusses für Sport, Kultur und Schule stellten Meier und zwei ihrer Kunstschüler am Montagabend ihr Konzept und erste Entwürfe vor.

"Das extreme Querformat der Brückenwände bedeutet eine besondere Herausforderung", sagt Kunstpädagogin Meier. Als mögliche Gestaltungsinhalte präsentierten die Schüler Varianten mit lokalhistorischen Themen, mit grafischen Patchworks und mit graffiti-ähnlichen typografischen Lösungen, bei denen beispielsweise das Wort "Bergedorf" erst auf den zweiten Blick erkennbar ist. In einem weiteren Entwurf sind Figuren erkennbar, die mit ihren Armen oder liegend mit Füßen den Brückenkopf halten. In jedem Fall wünschenswert nannten es Lehrerin und Schüler, wenn die beiden Brückenseiten miteinander korrespondieren.

Rudi Walter (Linke) schlug vor, das fertige Kunstwerk mit einer Graffitischutzbeschichtung zu versehen. "Zu teuer", befand Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. Stattdessen solle das Kunstwerk selbst Akzeptanz bei wilden Sprayern finden und sie von ihrem Tun abhalten. Kaum Beistand fand Jürgen Schramm (SPD) mit dem Vorschlag, das Brückenmotiv im vier- bis sechswöchigen Turnus zu wechseln.

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