Bergedorf

Wohin bloß mit Bergedorfs Trinker-Meile?

Bezirkspolitiker diskutieren Alternativen

Wie es jetzt ist, kann es auf der Promenade am Schleusengraben nicht bleiben - in dem Punkt herrscht weitgehend Einigkeit. Die Situation auf dem Kampdeich stört viele, die durch den Fußgängertunnel Richtung CCB oder Fachmarktzentrum gehen und dabei an vermüllten Böschungen, betrunkenen oder urinierenden Menschen vorbei müssen.

Die sogenannte Trinker-Meile ist nun auch Thema in der Bezirksversammlung (Donnerstag, 18 Uhr, Rathaus, Wentorfer Straße 38). Wie angekündigt hat die CDU einen Antrag eingereicht, nach dem geprüft werden soll, dem CCB dort das Hausrecht zu übertragen - damit der der Sicherheitsdienst des Centers am Kampdeich für Ordnung sorgt.

Aber auch andere Veränderungen sind im Gespräch. Ein Antrag der Linken, der Vermüllung etwas entgegenzusetzen, brachte jetzt im Grünausschuss erste, vorsichtige Vorschläge. Höhere Büsche, eine Wand oder ein Zaun zum Wasser könnten vielleicht verhindern, dass täglich neuer Müll im Schleusengraben landet, so die Ausschussmitglieder. Doch auch sie wissen: Das Hauptproblem bleibt die Klientel, die sich dort am Schleusengraben regelmäßig trifft, sogar der klassischen "Verdrängungsmusik" vom Band trotzt, gelegentlich dazu sogar tanzt.

"Es geht nicht um die Ausgrenzung von Menschen, sondern darum, dass sich andere Bürger unwohl fühlen", sagt der neue CCB-Manager Lutz Müller, der als Gast in den Ausschuss geladen war. Er fürchtet, dass sich hier eine "Party-Szene" etabliert und dass Probleme wie regelmäßiger Vandalismus und Hausfriedensbruch zunehmen.

Doch wohin mit den Menschen, die sich hier zum Trinken treffen? "Es kann keine Lösung sein, sie durch ein Verbot einfach auf die andere Seite des Schleusengrabens zu vertreiben", stellte Linken-Fraktionschef Stephan Jersch fest. Eine nachhaltige Lösung müsse her - wie der einst diskutierte "Trinkerraum", der jedoch aus finanziellen Gründen verworfen worden war.

Eine Möglichkeit, dieses Publikum vom Tunnel fernzuhalten, könne eine Bank samt Mülleimer etwas weiter Richtung Stuhlrohrstraße sein, so der Vorschlag von Jürgen Schramm (SPD). In Verbindung mit der schon länger diskutierten Außengastronomie im vorderen Bereich könne so vielleicht ein "Miteinander, nicht Gegeneinander entstehen", meinte auch Matthias Zaum (CDU).

Das Bezirksamt will nun alle Vorschläge sammeln, um eigene Ideen ergänzen und dann erneut vorstellen. Auch Kaufland wolle man "nicht aus den Augen verlieren", betont Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski. Denn der große Markt im Fachmarktzentrum, der bis spät in die Nacht günstigen Alkohol verkauft, gilt vielen als ein Verursacher der Misere.

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