Bezirksversammlung

Neuer Arbeitskreis - Friedhof soll bei Bergedorf bleiben

Bergedorf (he). Einstimmig hat Bergedorfs Politik das Bezirksamt aufgefordert, sich gegen eine Zentralisierung des Bergedorfer Friedhofs zu wenden.

Zugleich hat die Bezirksversammlung einen Arbeitskreis beschlossen: Er soll bis April 2014 Vorschläge erarbeiten, wie die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden kann. Gestritten wurde dennoch.

Die Idee, den Friedhof an die Anstalt öffentlichen Rechts "Hamburger Friedhöfe AöR" zu geben, geißelte Linksfraktionschef Stephan Jersch: Ziel müsse sein, kommunale Aufgaben in die Bezirke zu verlagern, nicht diese weiter zu schwächen: "Sonst bleibt von den Bezirksämtern nicht mehr als ein Bezirksamtschef als Frühstücksdirektor, ein Callcenter, ein Briefkasten und ein Hausmeister, der diesen leert."

Auch die FDP stimmte dem Antrag zu. Ernst Mohnike legte jedoch großen Wert auf den zweiten Teil, die Arbeitsgruppe: Mit Blick auf die Möglichkeit, etwa online Grabstätten zu buchen, forderte der Liberale: "Was in Ohlsdorf geht, muss auch in Bergedorf möglich sein." Kosten spielten nicht die Hauptrolle.

Werner Omniczynski wies Vorwürfe zurück, die SPD habe auf Zeit gespielt. Die Fraktion habe den Bericht von AöR-Vertretern im Fachausschuss anhören wollen, dann eine Entscheidung getroffen. Anders habe es keinen Sinn.

CDU-Fraktionschef Sven Noetzel zeigte sich angriffslustig, erklärte, er müsse Omniczynski loben: So dafür, "dass sich Herr Omniczynski so tolle Geschichten ausdenkt, um uns zu unterhalten; aber auch dafür, dass Bergedorfs SPD mal Mut zeigt und sich gegen Hamburg stellt".

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