Schließung

Droht in Bergedorf eine Unterversorgung?

Bergedorf (bb). Nachdem bereits Patienten des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) am Herzog-Carl-Friedrich-Platz gegen die von Asklepios geplante Schließung protestierten, haben jetzt auch die Abgeordneten in der Bezirksversammlung ihren Unmut geäußert.

Sie kritisieren vor allem, dass die Verteilung der Arztsitze auf der Einteilung Hamburgs in nur ein Versorgungsgebiet beruht.

"Bergedorf kann mit der Ärzteversorgung Hamburgs nicht in einen Topf geworfen werden", brachte Stephan Jersch, Fraktionschef der Linken, den Vorwurf der Fraktionen auf den Punkt. Das führe dazu, dass die Kassenärztliche Vereinigung für Bergedorf keinen Mangel an Ärzten sehe. Das entspreche aber nicht den Erfahrungen der Bergedorfer: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die derzeitigen Wartezeiten auf Termine tolerabel sind."

Ähnlich äußerte sich die SPD-Bezirksabgeordnete Simone Gündüz: "Hamburg hat verschiedene Unter-, Über- und Fehlversorgungen." Ihre Forderung: "Die Landeskonferenz Versorgung sollte neue Bedarfsbezirke aufstellen, unter anderem nach sozialen Aspekten." Auch die Entfernungen zu den Praxen müssten dabei bedacht werde. Simone Gündüz: "Nach der Schließung des MVZ sollen die Patienten nach Harburg fahren. Das ist für viele aber nicht zumutbar."

Wie berichtet, will Asklepios das erst 2009 eröffnete MVZ aus wirtschaftlichen Gründen bis Ende März 2014 schließen. Die 30 Angestellten - Ärzte, medizinische Fachangestellte und vier Auszubildende - sollen an anderer Stelle eingesetzt werden, zum Beispiel im Bezirk Harburg. In den Praxen dort sollen auch die jährlich bis zu 20 000 Bergedorfer Patienten versorgt werden.

Eine Rücknahme der Entscheidung zur Schließung ist unwahrscheinlich: An der Fassade des MVZ hängt bereits ein Banner mit dem Vermietungsangebot.

© Bergedorfer Zeitung 2018 – Alle Rechte vorbehalten.