Bergedorf

Tunnelstreit: Bezirk will vermitteln

Beamten-Mikado: Wer spricht mit Fundus?

Die einen sprechen von Kompetenzwirrwarr, andere von Beamten-Mikado: Im Streit um Bergedorfs bekannteste Tunnellampen drohen Bezirkspolitiker langsam die Fassung zu verlieren. Donnerstag steht die Unterführung unter der B 5 entlang des Schleusengrabens erneut auf der Tagesordnung der Bezirksversammlung. Dass zumindest für diesen Winter die zur Hälfte zerstörte Beleuchtung instand gesetzt wird, ist indes nicht zu erwarten.

Hamburgs Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer genießt in Bergedorf einen eher zweifelhaften Ruf. Eine vom Bezirk geplante Fußgängertreppe zwischen B 5 und Serrahnufer war in einen vom LSBG angezettelten Zuständigkeitsstreit geraten: Die Planungen verzögerten sich um Jahre, dann waren die Kosten explodiert.

Unter umgekehrten Vorzeichen läuft derzeit der bereits sechste Akt im Streit um die Beleuchtung im Fußgängertunnel zwischen Serrahn und Fachmarktzentrum unter der B 5. LSBG und Stadtentwicklungsbehörde (BSU) beharren darauf, dass ihnen das Bauwerk noch nicht korrekt vom Bauherren Fundus übergeben worden sei. Folge: Seit gut einem Jahr wandeln die Nutzer im Halbdunkeln, sind doch die Lampen auf einer Tunnelseite seit vergangenem Herbst komplett zerstört.

Dass Behörde und Landesbetrieb bei der Frage nach den Verantwortlichkeiten zunächst nach Bergedorf verwiesen, sorgte für Ärger im Rathaus an der Wentorfer Straße. Hatte die BSU doch mit Verweis auf ihre alleinige Zuständigkeit für Bundesstraßen dem Bezirk die Planungen für besagte Treppe entwunden. Bergedorfs Politiker fordern jetzt Klarheit, wie es in der Causa Tunnel weitergeht. "Bis heute streiten Behörde, Landesbetrieb und Bezirksamt, das Hin- und Hergeschiebe der Verantwortlichkeiten hat mit Sicherheit schon weit mehr Geld verschlungen als die notwendigen Reparaturen gekostet hätten", kritisierte SPD-Fraktionsvize Werner Omniczynski jüngst im Hauptausschuss.

Es bestehe gar kein Dissens zwischen Bezirksamt und Fachbehörde, versicherte dagegen Baudezernent Uwe Czaplenski. "Es geht um die korrekte Übernahme (von Fundus) - wenn die erfolgt ist, geht der Tunnel in die Zuständigkeit des LSBG über."

CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh kann es kaum glauben: "Technisch ist dieser Tunnel doch längst abgenommen. Was muss jetzt noch passieren? Wenn es so ist, weiß Fundus zumindest, was noch notwendig wäre, damit die Übergabe erfolgen kann."

Linkspolitiker Ernst Heilmann verfolgt die Hängepartie mit Unbehagen: "Wenn ich das höre, frage ich, ist denn das Bezirksamt bis heute noch nicht tätig geworden?" Die Möglichkeiten dazu scheinen jedoch begrenzt: "Unser Fachamt für das Management des öffentlichen Raums ist auf beide Beteiligte zugegangen", sagt Rathaussprecher Dr. Andreas Aholt, "in vermittelnder Funktion."

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