Linken-Fraktion empört

Museum noch immer ohne Mietvertrag im Schloss

Bergedorf (upb). Der spektakuläre Wechsel des Bergedorf-Museums in die Zuständigkeit des Bezirksamtes ist schon zehn Monate her - doch viele Detailfragen in Bezug auf seine Zukunft im Schloss sind bis heute ungeklärt.

Das zeigt die Antwort von Bezirk und Kulturbehörde auf eine Anfrage der Linken um ihren Fraktionschef Stephan Jersch.

So ist das Bezirksamt im Namen des Museums seit Januar zwar Mieter des Schlosses. Eine Miete wurde bisher aber weder gezahlt noch überhaupt über ihre Höhe verhandelt. Eigentümer der Immobilie ist die Kulturbehörde, die die geplante Übertragung an die städtische Immobiliengesellschaft HGV/IMPF noch immer nicht eingeleitet hat. "Die Kulturbehörde hat angeregt, in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Bezirksamt und der Finanzbehörde das weitere Vorgehen abzustimmen", erfährt die Linke.

Dass dabei viel geklärt werden muss, ist den weiteren Ausführungen der Antwort zu entnehmen. So besteht mit dem Schloss-Café kein direktes Pachtverhältnis. Betreiberin Ina Rump hat für ihre 200 Quadratmeter, zu denen auch Teile des Schlosshofes gehören, einen Vertrag mit dem Verein der Museumsfreunde. Über seine Konditionen wissen Bezirk und Kulturbehörde laut eigenen Angaben nichts.

Auch bei den Einnahmen aus der Vermietung anderer Räume des Schlosses gibt es keine geregelten Verhältnisse. "Die Museumsleitung richtet die Nutzungsgebühren zurzeit an dem Veranstaltungszweck und dem Veranstaltungsträger aus", erfahren Stephan Jersch und seine Mitstreiter. Immerhin solle das nicht so bleiben: "Die Mitarbeiter der Museumslandschaft erarbeiten gegenwärtig eine Gebührenordnung für die Anmietung von Räumen im Schloss", heißt es in der Antwort.

Die Fraktion der Linken ist entsetzt und hat bereits in der jüngsten Bezirksversammlung eine weitere Anfrage gestellt. "Hier gehört dringend Licht ins Dunkel", sagt Fraktionsmitglied Ernst Heilmann.

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