Bergedorf

Grundstein für neue Geriatrie

Stiftung Bethesda investiert zehn Millionen Euro in die Zukunft des Standortes

Das große Interesse an der Grundsteinlegung war dem Anlass angemessen. Dass ein frei gemeinnütziger Krankenhausträger zehn Millionen Euro in einen Neubau steckt, ist keinesfalls die Regel. "Wir haben die Frage abgewogen, uns schließlich für die Zukunftsinvestition in dieser Größe entschieden", erläuterte gestern der Bethesda-Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Eberhard Meincke.

Mit dem Bau einer Akut-Geriatrie (30 Betten) und einer geriatrischen Tagesklinik (10 Plätze) reagiert das Krankenhaus am Glindersweg auf die Bevölkerungsentwicklung und sich ändernde Krankheitsverläufe. Bis zu 550 Patienten hat das BKB in der Vergangenheit jährlich in andere Geriatrien überwiesen.

Patienten und vor allem den Angehörigen sollen künftig weite Wege erspart werden. Durch frühzeitige geriatrische Behandlung wird der Heilungsprozess gefördert, Patienten außerdem, wo möglich und nötig, auf eine Rückkehr in die eigenen vier Wände vorbereitet.

Der Neubau verkleinert die Lücke zwischen Verwaltungsgebäude - dem ehemaligen Schwesternheim - und dem Haupthaus. Das fünfgeschossige Gebäude wird Raum für Stationen, viele Therapie-Angebote sowie die Technik bieten. Auf 4600 Quadratmetern werden zudem Lagerflächen und eine Ausbaureserve entstehen, sollte die Zahl der Geriatriebetten weiter wachsen.

Die Planung des Büros Euroterra stößt nicht nur im BKB auf Wohlwollen. Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski lobte schmunzelnd "die gelungene Gestaltung - sie hat auch Hamburgs ersten Architekten, Oberbaudirektor Professor Walter überzeugt". Das ist keineswegs selbstverständlich. Euroterra-Chef Marc Ewers würdigte die gute Zusammenarbeit mit den Baufirmen, Bezirksamt und dem BKB, besonders der Geschäftsführung und Geriatrie-Chefarzt Dr. Gerhard Hermes. Euroterra hat bereits den Ausbau der BKB-Notaufnahme vor wenigen Jahren geplant.

"Die Hansestadt beteiligt sich mit 1,2 Millionen Euro an der Tagesklinik", sagt BKB-Geschäftsführerin Margret von Borstel. Für die nächsten Pläne brauche man jedoch größere Unterstützung. Wenn der Geriatrie-Neubau im Herbst 2014 in Betrieb geht, sollen die Planungen für einen weiteren Ausbau des BKB bereits fortgeschritten sein.

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