Theaterposten-Festival

Open-Air-Theater vor dem Bahnhof

Premiere: Sechs Profi-Ensembles bieten im Sommer Aufführungen umsonst und draußen

Immer sonnabends um 18.30 Uhr gastiert auf hellblauem Teppich vor insgesamt 100 Stühlen und wohl vielen weiteren Steh- und mitgebrachten Klapphocker-Plätzen großes Theater bei freiem Eintritt.

"Es wird vorwiegend heiter mit viel Tempo. Aber über die Wochen auch sehr abwechslungsreich mit manchen nachdenklichen Passagen. Eben Theater fürs Volk im besten Shakespear'schen Sinne", beschreibt Initiatorin Ella Marouche vom Förderverein Kultureller Initiativen das Pilotprojekt. Die Finanzierung übernimmt das Management des Einkaufszentrums CCB. "Der Bahnhofsvorplatz ist dafür ideal," ergänzt Marouches Partner Huug van't Hoff. "Er hat genügend Fläche, unendlich viel Laufkundschaft und bietet zumindest ein wenig Schutz vor Lärm, Wind und Wetter. Außerdem verfügt er über verschiedene Außengastronomien, die gut etwas Theater vertragen können."

Zum Start des Festivals, das den Titel "Theaterposten" trägt, gastieren am Sonnabend, 6. Juli, die sechs Frauen von "Eat the Beat" mit dem Stück "Beats!" auf dem Bahnhofsvorplatz. "Das sind sechs attraktive Mädels, die frisch von der Hamburg School of Entertainment kommen, und so richtig Pfeffer haben", verspricht Ella Marouche. Im Programm-Flyer, der am Infotresen des CCB, in der Bücherhalle, im Rathaus und an der Bergedorfer-Information im Hasse-Turm ausliegt, werden "Eat the Beat" mit dem Satz angekündigt: "Voller Spielfreude und Comedy-Gespür erteilen sie dem Publikum Lektionen in Rhythmus, Tempo und Timing."

Fortgesetzt wird das "Theaterposten-Festival" nach einer Pause für die NDR-Sommertour (13. Juli) am Sonnabend, 20. Juli, mit "Faust Faust" vom Bremer Tournee-Theater. Wieder von 18.30 Uhr an geht dann Goethes Meisterwerk über den hellblauen Teppich, allerdings in einer Version, die ziemlich überraschend und natürlich nicht nur von biederem Ernst geprägt ist.

Anschließend folgen im wöchentlichen Rhythmus ein "TheaterSlam"-Abend mit Lars Kokemüller vom Hamburger Sprechwerk (27. Juli), "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (3. August) als Solostück nach Heinrich Böll vom Ensemble "Frau Schröder" aus Karlsruhe und "Gretchen 89ff" (10. August), gespielt von "Eat.Play.Love" aus Hamburg. Zum Finale am 17. August präsentiert der Eisenacher Maximilian Nowka einen Abend über Max Hansen, legendärer Satiriker, Schauspieler und Operettensänger der 1920er-Jahre: "War'n Sie schon mal in mich verliebt?". Der Eintritt ist stets frei. Alle Vorstellungen beginnen um 18.30 Uhr, wobei die 100 Sitzplätze dann wohl schon längst belegt sind.

Die Initiatoren sind gespannt, ob das "Theaterposten-Festival", für dessen sechs Abende sich stattliche 30 Profi-Bühnen aus ganz Deutschland beworben hatten, den Geschmack der Bergedorfer trifft. "Zumindest in Hamburg, wo wir unsere Flyer bereits an zahlreiche Theater und andere Kulturtreffs verteilt haben, gab es großes Interesse", sagt Huug van't Hoff.

Zudem komme das Theater auf dem Bahnhofsvorplatz den Menschen entgegen: "Es gibt keinen monumentalen Kulturtempel, der erst in schicker Abendgarderobe und für viel Geld betreten werden muss. Eigentlich ist Bergedorfs jüngster Platz ideal für großes Theater."

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