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Raucher werden Außenseiter - Doch das Aufhören bedeutet Stress

Bergedorf (cs). Zum Kaffee, am Abend, nach einem stressigen Arbeitstag. Es gibt immer einen Grund für eine Zigarette. Das hat dramatische Folgen. Raucher sind bis zu 20 mal stärker als Nichtraucher gefährdet, Lungenkrebs zu bekommen - so die deutsche Krebsgesellschaft.

Die "Union for International Cancer Control" (UICC) prognostiziert, dass in diesem Jahrhundert weltweit eine Milliarde Menschen an den Folgen des Rauchens sterben werden.

Denn die Liste der typischen Raucher-Krankheiten ist noch weit länger, umfasst auch Gefäßerkrankungen, Bronchialkarzinom, Schlaganfall. Dr. Peter Baltes (35), Arzt der internistischen Abteilung des Bethesda-Krankenhauses: "Natürlich machen wir unsere Patienten auf die Gefahren aufmerksam, aber mit wenig Erfolg. Viele rauchen weiter. Das darf man als Mediziner nicht persönlich nehmen, denn Rauchen muss als eine Sucht begriffen werden."

Während Ärzte und Krankenkassen an die Vernunft der Raucher appellieren, erhöhte die Bundesregierung zum Jahresbeginn die Tabaksteuer. Wenn man sich eine Schachtel Zigaretten (19 Stück) für fünf Euro kauft, werden insgesamt 3,68 Euro als Steuern abgeführt (2,88 Euro Tabaksteuer plus 0,80 Euro Mehrwertsteuer). Das entspricht einem Anteil von rund 74 Prozent des Kaufpreises. Die von der Zollverwaltung eingenommene Tabaksteuer fließt ausschließlich dem Bundeshaushalt zu.

Die hohe Tabaksteuer wirkt, das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Im ersten Quartal 2013 wurden 17 Milliarden Zigaretten versteuert - 68 Prozent weniger als vor einem Jahr. Doch trägt jede fünfte Zigarette kein Steuerzeichen, wurde aus dem Ausland importiert.

Nikotin, Teerstoffe, Benzol, Schwermetalle, Kohlenmonoxid - die Liste der giftigen Inhaltsstoffe lang. Eigentlich wissen das alle Raucher, aber aufhören ist schwer. "Die erste Zeit ist richtiger Stress für den Körper", sagt Dr. Baltes, der zu Nikotin-Ersatzpflastern rät. Viele Krankenkassen helfen finanziell bei der Entwöhnung, betont John Hufer. Der Sprecher der Techniker Krankenkasse appelliert: "Es ist nie zu spät aufzuhören. Man muss einfach nur damit anfangen."