DRK-Spielhaus

Auf Konzept-Suche für die perfekte Welle

Neuallermöhe (stri). Was passiert eigentlich jetzt im "Spielhaus Blaue Welle", nachdem das Spielhaus hat schließen müssen, das Deutsche Rote Kreuz gerade nach einem neuen Namen sucht?

Wie berichtet, musste die offene Kinder- und Jugendarbeit am Wilhelm-Osterhold-Stieg gestoppt werden, nachdem Hamburg harte Einsparungen forderte.

Statt Hilfen zur Erziehung sollen jetzt sozialräumliche Angebote (SHA) entwickelt werden. Derzeit übernimmt Ria Albert, die Leiterin der DRK-Kita "Springmaus", die Koordination: "Gemeinsam mit dem Jugendamt versuchen wir, niedrigschwellige Angebote für Familien zu basteln, die nicht gern zum Amt gehen. Dann kommt das Jugendamt eben zu uns." Derzeit sehe das Amt einen Bedarf darin, psychisch kranke Mütter mit Babys zu betreuen, ihren Alltag zu strukturieren.

Auch Baby-Massage wird angeboten, ein Kursus "Starke Eltern, starke Kinder" sowie eine Mädchengruppe, in der sich Zwölf- bis 16-Jährige verschiedener Nationalitäten über Verhütung austauschen, über Kosmetik-Tipps oder auch ihre Kritik an Massentierhaltung. Zudem bildet die Kita einige Mitarbeiter zu Elternberatern aus, die etwa morgen, 9 Uhr, eine Still- und Trageberatung anbieten, am 22. Mai, 9 Uhr, ein offenes Elternfrühstück. "Wir haben großen Zulauf, wenn es um Fragen der Erziehung oder Partnerschaft geht, auch sind wir Ansprechpartner bei der Arbeits- und Wohnungssuche", sagt Ria Albert, die gut kalkulieren muss: "Für die Umsteuerung bekommen wir 60 000 Euro von der Behörde. Das muss für alle Honorare bis Jahresende reichen."

Eltern wissen nicht mehr, was ihr Kind braucht

Gespart wird nicht viel, denn die Behörde muss Geld ausgeben: Vermutlich Ende Mai wird die "Blaue Welle" umgebaut, weil mehr Beratungsräume nötig sind. Auch das Kinder- und Familienzentrum hat hier Interesse angemeldet, will Räume nutzen.

Dass Eltern nicht mehr wissen, was ihr Kind braucht, ihre Erziehungskompetenz also abgenommen hat, ist ein Eindruck, den Polizisten, Lehrer und das Rebus-Team schilderten, als Studenten der Hochschule für Soziale Arbeit ("Rauhes Haus") sie befragten. Ihre Ergebnisse stellte die "Forschungswerkstatt" aus dem dritten Semester zuletzt im Jugendhilfe-Ausschuss vor und wies auf Kooperations- und Abstimmungsprobleme mit dem Jugendamt hin: "Die Träger sozialräumlicher Angebote fühlen sich vom Jugendamt bevormundet und kommen mit schwammigen Definitionen nicht zurecht: Zum einen sollen ihre Angebote Familien in Krisensituationen erreichen, zugleich aber sollen die Klienten laut Globalrichtlinie auch aktiv mitwirken." Daraus würden sich Unklarheiten bei der Zuweisung von SHA-Fällen ergeben: Was ist Willkür, was wirklich bedarfsgerecht?

Für ihre Handlungsempfehlungen indes reichte die Zeit nicht mehr. Die, so versprachen die Studenten Bergedorfs Jugendpolitikern, werden nachgereicht.

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