Herlind Gundelach

Ex-Senatorin soll für Bergedorf nach Berlin

Bergedorf. Bisher hatte die CDU bei den Direktkandidaten im Bundestags-Wahlkreis Bergedorf/Harburg nichts zu melden. Immerhin vertraten so prominente SPD-Politiker wie Herbert Wehner, Helmut Schmidt und Hans-Ulrich Klose die Interessen in Bonn oder Berlin.

Doch jetzt wendet sich das Blatt - zumindest was die Prominenz betrifft: Gegen den kürzlich nominierten Sozialdemokraten Metin Hakverdi (43), "nur" Bezirksabgeordneter in Harburg, soll für die CDU im September 2013 Ex-Senatorin Dr. Herlind Gundelach ins Rennen gehen.

Die 63-Jährige verantwortete unter Ole von Beust seit 2008 das Wissenschafts-Ressort, war unter Christoph Ahlhaus zuletzt zudem für Stadtentwicklung, Umwelt und Finanzen zuständig. Für die Wilhelmsburgerin sprachen sich die Vorstände der Kreisverbände Bergedorf und Harburg sowie des Ortsverbandes Wilhelmsburg einstimmig aus. Die endgültige Nominierung erfolgt im Februar per Urwahl aller rund 1400 CDU-Mitglieder aus dem Wahlkreis 24. Bergedorfs CDU-Kreischef Dennis Gladiator ist optimistisch: "Mit Herlind Gundelach haben wir gute Chancen auf das Direktmandat."

Sie sieht ihre Chance für den Bundestag in der breiten Mittelschicht beider Bezirke: "Ich werde viel vor Ort sein und das Gespräch mit den Bürgern suchen." Ihre gute Vernetzung in der Politik - Gundelach war schon 1999 bis 2004 Staatssekretärin für Umwelt in Hessen, bevor sie als Staatsrätin für Stadtentwicklung nach Hamburg kam - will sie im Bundestag für mehr Steuergerechtigkeit für den Mittelstand einsetzen: "Mir geht es um weniger Bürokratie und Zahlungsverpflichtungen - auch was die Familienbetriebe und deren Übergabe an die nächste Generation angeht."

Als Stadtentwicklerin hat sie die Verkehrsinfrastruktur im Focus. "Für Bergedorf will ich mehr Intercity-Zughalte. Warum soll es schlechter gestellt sein als Harburg, wo heute sogar fast jeder ICE hält?", fragt Gundelach, die auch die Ortsumgehung angehen will: "Hamburg braucht neben der West- auch eine Ost-Umfahrung, etwa entlang der B 404 bei Geesthacht."

Weiteres Prestige-Projekt der Ex-Wissenschaftssenatorin ist die Bewerbung der Sternwarte als Weltkulturerbe. "Für mich eine Selbstverständlichkeit, den Weg dafür in Berlin zu ebnen."