Saarstraße

Wohnblock im Villenviertel

Bergedorf (stri/cr/tv). Der schon Monate währende Protest der Anwohnerinitiative "Schönes Wohnen mit dem Seniorenheim Dr. Carl Kellinghusen" gegen einen Senioren-Wohnblock an der Ecke Schulenbrooksweg/Saarstraße hat offenbar wenig gebracht.

Am Mittwoch, 19. Dezember, steht das Vorhaben der Röweland GmbH auf dem 6700 Quadratmeter großen Erbpachtgelände der evangelischen Kirche erneut auf der Tagesordnung im Bauausschuss. "Bisher läuft die Prüfung positiv", sagt die Leiterin der Bauprüfabteilung Christiane Heintschl.

Seit zwölf Jahren werden an der Saarstraße 82 pflegebedürftige Menschen betreut und fast wöchentlich gibt es neue Nachfragen. "Viele Leute wollen wissen, ob wir auch betreutes Wohnen anbieten", sagt Brigitte Heitmann, die das Dr. Carl Kellinghusen-Heim leitet und bald positiv antworten kann: Die Röweland GmbH will in den Neubau gleich am Parkplatz investieren. "Wenn alles glatt läuft, beginnen wir nächsten Sommer mit dem Bau von zwölf Wohnungen", sagt Geschäftsführerin Katja Jensen.

Elf Singles und ein Senioren-Paar sollen in den 17 mal 21 Meter großen Bau einziehen können, der an der Kreuzung entstehen soll - samt einer Tiefgarage mit zehn Plätzen. "Der Rotklinkerbau wird zwei Geschosse und ein halbes Staffelgeschoss haben, alle Wohnungen bekommen einen Balkon", sagt Bauplaner Rolf Herrmann, der etwa 50 Quadratmeter große Wohnungen plant, für das Paar gut 15 Quadratmeter mehr. Kleine Küchen, barrierefreie Bäder und ein Aufzug stehen im Bauantrag, den die Unternehmer im März einreichen wollen.

Die Finanzierung ist noch nicht ganz festgezurrt: "Wir müssen noch abklären, ob wir von der Wohnungsbaukreditanstalt gefördert werden, wollen aber höchstens acht Euro pro Quadratmeter nehmen. Es werden also keine Luxusmieten", betont Katja Jensen. Sie legt zudem Wert darauf, dass das parkähnliche Grundstück "nicht voll ausgereizt" wird. Man wolle es liebevoll gestalten und sei froh, dass für den Neubau lediglich drei große Bäume weichen müssen.

Die 22 Mitglieder der Anwohnerinitiative sehe das anders: Sie hatten bereits im Frühjahr gegen das Vorhaben an dieser Stelle protestiert, sich stattdessen für einen Neubau im hinteren Teil des Geländes ausgesprochen. "Auch dazu gab es eine deutlich umgebungsverträglichere Planvariante, aber die wurde nicht weiter verfolgt, weil sie den persönlichen Anwohner-Interessen einer Mitarbeiterin im Bauamt entgegensteht", wirft Initiativen-Sprecher Martin Klahn dem Bezirksamt unverblümt vor.

Ein dreigeschossiges Gebäude auf dem jetzigen Parkplatz passe nicht in die vorhandene Bebauung, argumentieren die Anwohner - und ärgern sich auch über die mangelnde Beteiligung: "Wir werden dagegen vorgehen."