Museumsbeirat

Beim Museum wollen viele mitreden

Bergedorf. Das war eine E-Mail zu viel:

Nachdem der Vorsitzende der Bergedorfer Museumsfreunde, Harm Reese, erneut seine Ablehnung gegen eine Herauslösung von Schloss und Rieck-Haus aus der Stiftung historische Museen verbreitet hat, fordern ihn Mitglieder auf zurückzutreten, "damit andere dem Vereinszweck entsprechend für das Museums arbeiten können". Helmuth Sturmhoebel mahnt an, "das Bergedorfer Museum nicht kaputt zu reden". Zentrale Forderung: Der Vereinsvorstand müsse endlich mit der versprochenen Information und Diskussion mit den Mitgliedern beginnen.

Vertreter der Freundeskreise von Schloss und Rieck-Haus sowie des Bergedorfer Bürgervereins werden ebenso im neuen Museumsbeirat vertreten sein wie der Präsident der Bezirksversammlung und fünf engagierte Bürger. Kommenden Dienstag endet die Bewerbungsfrist: Wer bei der Gestaltung einer Museumslandschaft um Schloss und Rieck-Haus mitreden möchte, kann sich im Internet unter www.hamburg.de/bergedorf informieren, Unterlagen herunterladen. "Wir haben bereits mehr Bewerber als Plätze zu vergeben sind - es dürfen aber gern noch mehr werden", sagt Bergedorfs Rathaussprecher Dr. Andreas Aholt. Die Wahl der Mitglieder soll im Dezember in der Bezirksversammlung erfolgen.

Bereits am morgigen Donnerstag wollen sich auch die zahlreichen Befürworter eines eigenständigen Bergedorfer Museums Gehör verschaffen. Vor der Sitzung des Bezirksparlamentes wollen sie ab 17.30 Uhr vorm Rathaus demonstrieren. Dass das Konzept bislang im Wesentlichen zwischen Kulturbehörde, Bezirksamt, Museumsstiftung und Freundeskreisen besprochen wurde, sieht Inken Bruns überaus kritisch: "Wer die Bevölkerung nicht beteiligt, wird kein Museum aller Bergedorfer mit vielen Ehrenamtlichen schaffen", warnt die Sprecherin von Attac Bergedorf.