Lichtwarkhaus

Am Sozialwohnungsbau scheiden sich die Geister

Bergedorf (he). Selten ist eine Idee in Bergedorf auf so breite Zustimmung gestoßen: Das alte Lichtwarkhaus nicht für zwei Millionen Euro zu sanieren, sondern es abzureißen und durch einen Neubau in der Nachbarschaft zu ersetzen, findet Befürworter von Linksfraktion, GAL und SPD bis zu CDU und FDP.

Auch für Wohnungsbau auf der Fläche des alten Treffs gibt es parteiübergreifend Beifall - doch steckt der Teufel im Detail.

Angesichts des Mangels an billigem Wohnraum fordert die Linksfraktion, dass die alte Lichtwark-Fläche nicht verkauft wird. Sie soll in öffentlicher Hand bleiben, auf Erbpachtbasis an einen oder mehrere Investoren vergeben werden. Ziel: 100 Prozent geförderter neuer Wohnraum.

"Das ist notwendig, um überhaupt die völlig unzureichende Sozialwohnungsquote von 30 Prozent im Bezirk zu erreichen", sagt Ernst Heilmann: "Hier haben wir die Chance, etwas an der Fehlentwicklung im Wohnungsmarkt und an der Verschleuderung öffentlichen Grunds an Privatinvestoren gutzumachen."

Auch Nicolai von Podlewski (GAL) befürwortet einen Neubau des Lichtwarkhauses: "Er böte neben baulichen Vorzügen die Chance, alle Nutzergruppen bei der Neuplanung einzubeziehen." Forderungen nach 100 Prozent Sozialwohnungen hält er für verfrüht: "Erst muss geklärt werden, wieweit zusätzlicher Schutz vor dem Lärm der B 5 notwendig wird."

Der sei technisch beherrschbar, ist Ernst Mohnike (FDP) überzeugt. Angesichts derzeit hoher Baukosten mahnt er jedoch, nicht vordringlich auf Sozialwohnungen, sondern auf den Erlös zu setzen: "Mit dem Flächenverkauf und Wohnungsbau das neue Lichtwarkhaus mitzufinanzieren, gefällt Liberalen angesichts leerer öffentlicher Kassen natürlich sehr."