Auszeichnung

Allround-Talent: Fritz Manke erhält Bundesverdienstkreuz

Bergedorf-West. Er zählt zu den bekanntesten Menschen im Bezirk Bergedorf, ob als Umweltschützer und Awo-Kreisvorsitzender, als Sprecher der Arge Bergedorf-West und des Stadtteilbeirats, als Sportpolitiker und SPD-Bezirksabgeordneter.

Heute erhält Fritz Manke (71) aus den Händen von Hamburgs Stadtentwicklungs- und Umweltsenatorin Jutta Blankau das Bundesverdienstkreuz am Bande.

"Das freut mich sehr, wir kennen uns schon lang als engagierte Gewerkschafter", sagt Manke. Bislang hatte er in bester hanseatischer Tradition jede Auszeichnung abgelehnt. "Viele Menschen engagieren sich, und es werden ja keinesfalls alle ausgezeichnet.

Aber nur wenige Bürger sind auf derart vielen Feldern ehrenamtlich und erfolgreich tätig. Dass dem Vater dreier Söhne die Menschen dies zubilligen, würdigt auch sein inoffizieller Titel als "Bürgermeister von Bergedorf-West". 1973 ist er mit Ehefrau Monika in das Neubauquartier mit heute gut 7000 Einwohnern gezogen. Den Kampf um die Anerkennung als eigener Stadtteil hat Manke bis heute nicht aufgegeben.

Sich wegducken war nie die Sache des früheren Zeitsoldaten und späteren Betriebsprüfer der Deutschen Rentenkasse. Noch als Bundeswehrangehöriger war er 1969 in die SPD eingetreten. "Willy Brandt hatte mich seinerzeit sehr überzeugt. Als Sozialdemokrat und bald auch Gemeindevertreter im tiefschwarzen Dithmarschen war das schon eine Erfahrung", erinnert sich Manke schmunzelnd.

Ein Jahr nach seinem Umzug nach "West" wählten ihn die Mitglieder bereits zum Vorsitzenden des SV Bergedorf-West. 30 Jahre, bis 2004, führte er den Verein, dem er bis heute als Vize-Vorsitzender verbunden ist. Seit 1997 ist er Bergedorfer Bezirksabgeordneter. Sportpolitik und die Ausstattung mit guten Sportanlagen sind dem begeisterten Sportler und Wanderer ebenso ein Anliegen wie der Umweltschutz: Kaum ein Bachpatenprojekt und kaum eine Müllsammelaktion, an der er nicht teilnimmt - wenn er sie nicht gleich selbst organisiert.

Vorsitzender der Stadtteilkonferenz Bergedorf-West ist Fritz Manke ein Dutzend Jahre. Vorgänger Karl-Heinz Rissmann hatte im Ärger mit Mitgliedern das Handtuch geworfen, Manke ließ sich in die Pflicht nehmen. Als Bergedorfs vormaliger Awo-Kreisvorsitzender spurlos entschwand und den Verband führungslos zurückließ, war es wieder Fritz Manke, der 2007 in die Bresche sprang. Seitdem zeichnet er auch mitverantwortlich für viele Aktivitäten der Arbeiterwohlfahrt, vom Seniorentreff im Lichtwarkhaus bis zum Besuchsdienst "Vertrauen im Alter".

Ganz "nebenbei" war er zudem 15 Jahre (bis 2009) als ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht tätig, seit 2004 ist er zudem Mitglied der Seniorendelegiertenversammlung. Wenn es um die Sache geht, kooperiert Manke über Parteigrenzen hinweg: Mit dem dieses Jahr verstorbenen CDU-Sportpolitiker Horst Kriegsmann sorgte er etwa für Bergedorfs ersten Trimm-dich-Pfad für Senioren.

"Wenn ich zurückschaue, wundere ich mich manchmal schon, wie ich alles unter einen Hut gebracht habe", gesteht er ein. Dass es nicht zuviel wird, dafür sorgt seine bessere Hälfte Monika: "Ich habe Fritz' Engagement mit Fassung ertragen. Seit er aber an Krebs erkrankt ist, achte ich darauf, dass er es nicht übertreibt."

Bis heute eine Herzensangelegenheit ist ihm das Westibül. Vom Seniorentreff zum Bürgerhaus mutiert, muss es von Jahr zu Jahr ums Geld kämpfen. Einen Weg hat der Vorsitzende der Arge Bergedorf-West immer abgelehnt: "Ausbeutung durch Ein-Euro-Jobs kann kein dauerhaft tragfähiges Modell für Bürgerhäuser sein." Solidarität müsse aber auch zwischen den Bergedorfer Häusern gelten. Manke: "Wir kämpfen gemeinsam um den Erhalt aller vier Bürgerhäuser."