Lärmbelastung

Test - Stadtbahn oder Diesel-Shuttle

Bergedorf. Ideen zu einer regelmäßigen Zugverbindung nach Geesthacht sorgen in Bergedorf für Diskussionen: Während die SPD-Mehrheit zunächst Rahmenbedingungen und Mitsprachemöglichkeiten klären will, setzen CDU und GAL auf praktische Erfahrungen:

Zur Bezirksversammlung am Donnerstag beantragen sie einen Testverkehr zu einem großen Fest oder einer Messe.

Derweil äußern Anwohner ihre Bedenken. So fürchten etwa Börnsener, Menschen in Bergedorf-Süd und im Neubaugebiet Güterbahnhof Lärm oder, dass ihnen künftig Personenzüge "durch die Vorgärten" rollen.

Tatsächlich ist die bestehende Strecke noch nicht aufgehoben, ein neues Planfeststellungsverfahren wäre daher nicht nötig. "Das Wohngebiet auf dem alten Güterbahnhof ist so konzipiert worden, dass Schienenverkehr ohne unzulässige Belastung der Anwohner möglich ist", sagt Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Genau aus dem Gebiet haben sich Bewohner Hilfe suchend an Bergedorfs SPD gewandt. Menschen, die nicht einsehen wollen, dass an ihren jüngst gekauften oder gemieteten Wohnungen vorbei künftig Diesel-Shuttle zwischen S-Bahnhof Nettelnburg und Geesthacht pendeln könnten. "Die Lärm-Emission muss deutlich unter den Grenzwerten bleiben, sonst müssen wir nach Alternativen schauen, ", sagt CDU-Verkehrspolitiker Jörg Froh.

Die Prüfung solle ergebnisoffen erfolgen. Allerdings machen Bergedorfs Christdemokraten kein Geheimnis daraus, dass sie eine andere Trasse und ein anderes Verkehrsmittel favorisieren. Eine geräuscharme Stadtbahn, die von Geesthacht kommend, nicht nach Nettelnburg fährt, sondern auf neuen Gleisen zuerst vor Bergedorfs neuem Bahnhof und dann nahe des Kupferhofes bei St. Petri und Pauli hält, bevor sie wieder zurück auf die Geesthacht-Trasse gelangt. Froh: "Stadtbahnen werden bald auch im Akku-Betrieb fahren, die sind dann leiser als jeder Linienbus."

Einen Testbetrieb auf der Trasse Geesthacht - Bergedorf, auf der derzeit nur der Museumszug Karoline fährt, kann sich Bernd Schrum (SPD) vorstellen, aber keine Stadtbahn zum Bergedorfer Bahnhof: "Der Vorplatz ist gerade fertig, den wollen wir nicht wieder aufreißen."

Neben Zuständigkeiten und Mitsprachemöglichkeiten des Bezirks hält Bergedorfs Verkehrsausschussvorsitzender eine weitere Frage für vordringlich: "In Geesthacht wohnen etwa 30 000 Menschen: Kann sich bei den zu erwartenden Fahrgastzahlen dieses Projekt rechnen?"