Thema der Kirche

Mitten im Leben dem Tod begegnen

Die Fahrt würde anstrengend werden. In neun Stunden sollte das Urlaubsziel erreicht sein. Anfangs ging alles gut, dann Stau, dann Stillstand. Auf der A9 standen wir direkt vor einer Kurve, unser Ziel rückte in weite Ferne.

Aus Minuten wurden Viertel- und ganze Stunden. Die Autofahrer um uns stiegen aus und vertraten sich die Beine. Aus einem Reisebus kamen lustige Menschen, die Grüppchen zwischen den Fahrbahnen bildeten. Dann kam Bewegung in die Sache: vorbeifahrende Rettungsfahrzeuge, Polizeiwagen und Feuerwehrmannschaften. Hinter der Kurve hörten und sahen wir Hubschrauber, beim dritten hörten wir auf zu reden. Es wurde still auf der Autobahn. Nach und nach stiegen wir alle wieder in die eigenen Autos. Bei uns begann ein stilles Gebet, gute Wünsche, Austausch über zu schnelles Fahren, Hoffnung auf einen guten Ausgang für die Betroffenen dort hinter der Kurve. Am Ende hörten wir die Nachricht: Unfall mit zwei Motorradfahrern, davon einer tot, zwei schwer Verletzte. Ganz langsam mußte jedes Auto später an diesem Grauen vorbeifahren. Mitten im Leben waren wir dem Tod begegnet.

Die ersten Urlaubstage waren geprägt von diesen Bilder und dem Gespräch darüber. Wir redeten über all das, was geschehen war. So taten es auch die Emmausjünger damals nach der grausamen Todesnachricht Jesu. Sie erfuhren so im Reden miteinander, dass nicht nur der Tod, sondern auch die Auferstehung zu neuem Leben geschehen war. In ähnlicher Weise sind an jedem letzten Sonntag im Monat Trauernde in Bergedorf unterwegs in den Boberger Dünen zum "Sonntagsspaziergang für Trauernde". Trauerbegleiterinnen aus verschiedenen Bergedorfer Kirchengemeinden sind bei ihnen, wenn es heißt, über den erlebten Tod naher Angehöriger oder entfernter Bekannte ins Gespräch zu kommen. Unterwegs wird innegehalten zu einem stillen Gedenken und tröstenden Wort. Auch an diesem Sonntag, dem Ewigkeitssonntag, geht es los. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Parkplatz der Christophoruskirche, Riehlstraße 64. Willkommen sind alle ohne Unterschied nach ihrem Glauben, ihrer Zugehörigkeit, Mann oder Frau.