Ausstellung in der Spielscheune

So ist unsere Welt, wenn wir blind wären

Neuallermöhe (ld). "Wisst ihr, wie blinde Kinder Ball spielen?", fragt Ulla Moser ihre jungen Gäste in der Spielscheune der Geschichten. "Na, sie setzen eine Brille auf", antwortet der fünfjährige Sam unbedarft.

Doch da muss Moser ihn enttäuschen: "Nein, eine Brille hilft da leider nicht", sagt die Programmentwicklerin und Geschichtenerzählerin der Einrichtung im Marie-Henning-Weg 1.

In Kooperation mit dem Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Winterhude hat sie eine neue Ausstellung in die Spielscheune geholt, die Kindern und Erwachsenen einen Einblick in die Welt ohne Sehen gibt.

Und so kann Ulla Moser Kindern wie Sam, der die Spielscheune mit Erzieherinnen und Vorschulkindern des Evangelischen Kindergartens im Friedrich-Frank-Bogen besuchte, direkt unter Beweis stellen, dass blinde und sehbehinderte Kinder nicht auf das Ballspielen verzichten müssen. Vorsichtig rollt sie den roten Ball in die Richtung des Fünfjährigen, der erstaunt aufblickt: Beim Rollen erklingen laute Glöckchen aus dem Inneren des Balles, so dass man auch ohne Sehkraft dem Spielgerät folgen kann.

Neun weitere Stationen stehen zum Ausprobieren bereit: Eine Tastenmaschine für die Punktschrift "Braille", Bilderbücher zum Tasten oder eine Spezialfolie, die Zeichnungen erhaben und fühlbar macht. "Wer sich traut, kann dabei auch eine Augenbinde aufsetzen", sagt Ulla Moser.

Die Ausstellung kann bis zum 4. Dezember besucht werden. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, am Wochenende von 10 bis 19 Uhr.