Theaterstück

Von einer, die auszog, das Leben zu kosten

Bergedorf (tv). Das "kunstseidene Mädchen" Doris ist 18 Jahre alt, sie wohnt in einer kleinen Provinzstadt im Rheinland und arbeitet als Sekretärin in einem Anwaltsbüro. Die Enge und Tristesse der Kleinstadt ödet sie an.

Wie fast jedes Mädchen in ihrem Alter träumt sie davon, etwas Großartiges zu werden. Sie will ein "Glanz" werden, eine schöne, edle Frau, die nicht nur von Anwaltsgehilfen und Kleinschauspielern, von Kneipenbekanntschaften und Halbkriminellen begehrt wird.

So stiehlt sie einen Pelzmantel, leiht sich von einer Freundin Geld und flieht nach Berlin. Dort stürzt sie sich in das pulsierende Leben der Tanzhallen, Bars und Literatencafés. Geblendet vom Glitzern und Funkeln der Großstadt glaubt sie am Ziel ihrer Träume angekommen zu sein. Aber ihre Affären mit Männern aus besseren Kreisen sind kurzlebig und die erträumte Filmkarriere bleibt Illusion. Nur ihr naiver Charme hält sie immer wieder über Wasser.

"Das kunstseidene Mädchen" nach dem Roman von Irmgard Keun ist eine Paraderolle für eine junge Schauspielerin. "Ein durch und durch originelles Buch, das den Leser unwiderstehlich in seinen Wirbel von toller Laune, tiefem Gefühl und tragischer und komischer Verstrickung zieht", urteilte einst Kurt Tucholsky. Die Hamburger Kammerspiele führen das Stück mit Pheline Roggan am Sonntag, 2. Dezember, 20 Uhr, im "Haus im Park" auf. Karten zwischen 13 und 27 Euro gibt es im bz-Ticketshop im CCB, Tel. (040) 72 00 42 58.

"Ein Wirbel von toller Laune, tiefem Gefühl, tragischer und komischer Verstrickung" Kurt Tucholsky