Einweihung

Endlich Kunstrasen auch für den VfL

Lohbrügge. Für diesen Platz haben Jens Wechsel und seine 360 Fußballer drei Jahre gekämpft. Am gestrigen Freitag konnte der Chef des VfL Lohbrügge nun endlich Einweihung feiern: Für 600 000 Euro ist aus dem ehemaligen Grandplatz im hinteren Teil der Wilhelm-Lindemann-Sportanlage am Binnenfeldredder ein vollwertiges Fußballfeld mit Kunstrasen geworden - das erste in der Obhut des VfL überhaupt.

"Das dürfte der Fußball-Abteilung deutlichen Aufschwung geben. Denn Kunstrasen kann fünf- bis sechsmal so intensiv bespielt werden, wie normaler Rasen", sagte Innen- und Sportsenator Michael Neumann (SPD), der extra zur Einweihung angereist war. Und Bezirksamtsleiter Arne Dornquast bestätigte das mit den Erfahrungen der TSG Bergedorf: "Seit wir vor zwei Jahren das Billtal-Stadion mit Kunstrasen ausgestattet haben, verzeichnet die dort spielende Fußball-Abteilung der TSG einen rasanten Mitgliederzustrom."

Bis zum Start der Bauarbeiten auf dem VfL-Gelände hatten Jens Wechsel deshalb doppelt große Sorgen geplagt. Denn ohne Kunstrasen schrumpft heute die Attraktivität jedes Vereins deutlich, nehmen die Austritte spürbar zu. Und die Konkurrenz in der direkten Nachbarschaft ist groß: Acht Fußballplätze mit Kunstrasen sowie drei Kleinfelder hatte der Bezirk bereits, bevor der VfL jetzt endlich seine Anlage einweihen konnte. Dabei war ihre Planung bereits vor drei Jahren angeschoben, aber wegen Finanzierungsengpässen immer wieder verschoben worden.

"Jetzt kommen 295 000 Euro aus Hamburg, der Rest stammt aus Bergedorf und vom Verein", lobte Dornquast die gute Zusammenarbeit. Konkret ist der VfL Lohbrügge mit 60 000 Euro dabei, die in die ebenfalls neue Flutlichtanlage investiert wurden. Sie kam übrigens auch bei der gestrigen Einweihung schon zum Einsatz: Vor den über 100 Gästen traten die sieben- bis achtjährigen Kicker der 3. F-Jugend des VfL gegen die gleichaltrigen F-Mädchen an.

Tatsächlich hatten sie den Platz natürlich schon längst vorher in Besitz genommen. Denn seit Abschluss der gut viermonatigen Bauarbeiten Ende Oktober wird auf dem Kunstrasen-Areal schon täglich bis in den späten Abend gekickt. Neben dem VfL Lohbrügge wird die Anlage von der Stadtteilschule und dem Gymnasium genutzt, deren Fläche direkt an den Platz grenzt.