Werbeträger

Wut auf neongrüne Schrott-Fahrräder

Bergedorf (upb). Sie sind Bergedorfs nächtliche Promille-Beschleuniger, fallen aber jetzt auch tagsüber negativ auf: Die Werbemethoden des "Alk-Express" mit Sitz an der Ecke Bergedorfer Straße/Vierlandenstraße schmecken der Bezirksfraktion der Linken so gar nicht.

Wie sie in einem Antrag für die Bezirksversammlung (29. November, 18 Uhr, Rathaus) schreibt, stößt übel auf, dass überall im Stadtzentrum Fahrrad-Leichen im Neongrün des "Alk-Express" dessen Dienste empfehlen.

"Werbung ohne Sinn und Verstand" haben die Linken ihre Initiative überschrieben, die das Bezirksamt zur umgehenden Entfernung der "illegalen Werbung im öffentlichen Raum" bewegen soll. "Es kann nicht sein, dass wir in Bergedorf dem Problem des Alkoholismus hinterher laufen und jetzt an verschiedenen Ecken der Innenstadt auch noch für einen hochprozentigen Lieferservice geworben wird", sagt Linken-Fraktionschef Stephan Jersch in Anspielung auf die Trinker-Szene neben Kaufland am Schleusengraben, der auch der "Alk-Express" seine Fahrräder vor die Nase gestellt hat. Für Jersch verkommt so die Gestaltung Bergedorfs zu einem "werbegepflasterten Schrottplatz".

Das Bezirksamt soll nach dem Willen der Linken im zuständigen Fachausschuss über die Entwicklung dieser Werbeform berichten. Vielleicht geht es dort dann auch um die gerade angelaufene Aktion der Stadtreinigung: Sie will kommende Woche sämtlichen "Fahrradschrott" aus dem Stadtbild entfernen - aber nur in den Bezirken Altona, Eimsbüttel, Mitte und Nord.