Kripo warnt

Diebe zocken Bergedorfer Senioren ab

Bergedorf/Lohbrügge. Die Bergedorfer Kriminalpolizei warnt alle Senioren im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung: Es sind Gangster unterwegs, die sich ihre Opfer gezielt unter älteren Menschen suchen. Gleich zweimal an einem Tag schlugen Täter nahe der Lohbrügger Landstraße zu.

Martha S. (85) freute sich zunächst, als sich nach langer Zeit ihr Neffe am Telefon meldete, auch wenn dessen Stimme etwas verschnupft klang. "Heinz!" rief sie glücklich. "Wie geht es Dir denn so?" Der vermeintliche Neffe schilderte dann schnell, dass er vorübergehend in einer finanziellen Klemme sitze und dringend 30 000 Euro benötige. Ob die gute, alte Tante Martha ihm wohl kurzfristig aushelfen könne? Er sei gerade geschäftlich in Bergedorf.

"Ich habe zwar kein Geld im Haus, aber du darfst mich gern besuchen", antwortete Martha S. Als "Heinz" plötzlich auflegte, wurde sie stutzig, wählte dann selbst die Nummer ihres Neffen Heinz in Altwarmbüchen bei Hannover. Der war natürlich nicht in Bergedorf, sondern zu Hause. Er wusste nichts von der ganzen Sache. Da alarmierte Martha S. die Polizei.

"Die alte Dame hat gut reagiert, was mit 85 Jahren nicht selbstverständlich ist", sagt Kripochef Axel Podlech. Viele Senioren fassten schnell Vertrauen zu den Tätern, besonders wenn diese gepflegt und höflich auftreten. "Normalerweise folgt bei diesem so genannten Enkel-Trick bald ein zweiter Anruf mit der Mitteilung, ein guter Freund werde das Geld abholen."

Vom makellosen Erscheinungsbild eines jungen Paares (beide ca. 20) ließ sich wenig später eine 88-jährige Lohbrüggerin blenden. Der etwa 1,85 Meter große Mann und die deutlich kleinere Frau baten die Dame am Pfandautomat eines Supermarkts darum, einen Euro zu wechseln, der Mann half bei der Kleingeld-Suche in der Geldbörse. Wenig später an der Supermarkt-Kasse fehlten der Dame 75 Euro. Da war das "Traumpaar" längst auf und davon...