Industriehistorie

Obi gibt den Blick frei auf Bergedorfs Geschichte

Bergedorf (upb). Die noch karge Obi-Baustelle gibt den Blick frei auf ein Stück Bergedorfer Industrie-Geschichte.

Zwischen den Beton-Stützen des künftigen Baumarktes hindurch ist neben dem Bahndamm das alte Bergedorfer Gaswerk zu sehen - heute Sitz der Metallgießerei Josef Ritter und der CMS Musikschule.

1904 erbaut, war dieses Gaswerk bereits das zweite im aufstrebenden Industriestandort Bergedorf. Sein Vorgänger, seit 1856 am heutigen Glaeßweg zwischen Rektor-Ritter-Straße und Am Pool zu finden, wurde schlicht zu klein. Die wachsende, damals noch eigenständige Stadt hatte den seinerzeit weit außerhalb liegenden Standort gewählt, um dem Gaswerk Expansionsmöglichkeiten zu geben.

Eine gute Entscheidung, förderte der Wohnungsbau in Bergedorf-Süd, im Villengebiet und in Nettelnburg doch ebenso den Gas-Verbrauch, wie die vielen neuen und expandierenden Industriebetriebe. Allein deshalb schon expandierte das Gaswerk kräftig. Aber auch, weil immer mehr Gemeinden im Umland angeschlossen wurden. Bis zum Zweiten Weltkrieg erstreckte sich das Netz der Gasanstalt Bergedorf bis Geesthacht, Altrahlstedt und Meiendorf.

1947 wurde die Gasproduktion hier aufgegeben. Während die runden Gasbehälter verschwanden, siedelte sich in den typischen Backsteinbauten des frühen 20. Jahrhunderts ein bunter Mix aus Gewerbe an. Neben der Metallgießerei und der CMS Musikschule sitzt hier heute die Kinder- und Jugendhilfe "Miko", die Kfz-Werkstatt "Muscle Cars Hamburg" und der "Dial Pizza Service".