Judenverfolgung

Überlebende und Zeugen erinnern sich

Bergedorf (he). Von Donnerstag auf Freitag jährt sich zum 74. Mal die Reichspogromnacht, erster blutiger "Höhepunkt" der systematischen Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen durch die Nazis.

Zu dem Datum bietet das KulturForum am Serrahn Freitag, 9. November, eine Ausstellung, eine Lesung sowie einen Film über die Kleinstadt Berditschew. Bis zur deutschen Besetzung war es das Zentrum der jiddischen Kultur in der Ukraine. Von etwa 20 000 Juden 1941 überlebten 15, meist Kinder, die deutsche Besetzung und Verfolgung bis 1944.

Thomas Wernicke hat Berditschew erstmals 2007 besucht. Der Berliner Lehrer kaufte eine Videokamera, hielt die bewegenden Aussagen von Überlebenden und Zeitzeugen fest. "Herausgekommen sind ein einfühlsamer Film und eine Ausstellung, die mit bewegten Bildern und Fotos einen emotionalen Zugang zum Thema vermittelt", sagt Organisator Bernhard Nette.

Die Berditschew-Ausstellung ist Freitag ab 16 Uhr am Serrahnufer zu besichtigen, der Film wird um 18 Uhr gezeigt. Darauf folgt eine kurze Lesung aus "Leben und Schicksal" von Wassili Grossmann, dessen Mutter in Berditschew ermordet wurde. Eine Diskussion mit Thomas Wernicke beendet den Abend. Der Eintritt beträgt vier, ermäßigt zwei Euro.