Blitzstart

Baubeginn für Groß-Labor

Bergedorf. Häufig ist es so: Honoratioren oder Bauherrn treten auf einer weiten leeren Fläche zum ersten Spatenstich an. Dann passiert Wochen nichts.

Ganz anders gestern in den Schleusengärten. Zunächst nahmen die Galab-Geschäftsführer die Baugenehmigung entgegen. Minuten später folgte der "offizielle" Baubeginn, während im Hintergrund schon Arbeiter damit beschäftigt waren, erste Bohrpfähle für die Gründung zu setzen.

Ein Grund für das Rekord-Tempo von Planungs- und Genehmigungsverfahren ist der enge Zeitplan. Etwa 8,5 Millionen Euro investiert das Labor-Unternehmen in den Neubau von 4500 Quadratmeter Labor- und Bürofläche. Nach der für Ende 2013 geplanten Fertigstellung des dreigeschossigen Komplexes an der Autobahnabfahrt Bergedorf wollen die Geschäftsführer den Umzug von Geesthacht an den Schleusengraben besiegeln.

Im früheren Geesthachter Technologie- und Innovationszentrum kann Galab nicht wie gewünscht wachsen, Dr. Eckhard Jantzen und Dr. Jürgen Kuballa haben sich für Bergedorf entschieden. Vor rund 20 Jahren gegründet, hat sich Galab zu einem Analyse-Unternehmen mit heute 110 Mitarbeitern entwickelt. Der Neubau wird etwa 150 Angestellten Platz bieten, eine spätere Erweiterung bleibt eine Option.

Kerngeschäft von Galab ist die Untersuchung von Lebens- und Futtermitteln auf Schadstoffe und Gifte, etwa Pestizide oder Dioxine, sowie Arzneimittel. Aber auch Gebrauchsgegenstände werden analysiert. Obwohl Galab Aufträge aus der gesamten Welt erhält, ist die Firma bislang außer in Deutschland nur in einem weiteren Land vor Ort tätig. "Wir haben die Mehrheit an einem Labor in der Türkei, analysieren dort vor allem Lebensmittel für den russischen Markt", erläutert Eckhard Jantzen.

Der Wunsch nach sicheren Lebensmitteln sei nicht überall so stark wie in Deutschland. Jantzen: "Mit unseren mehrstufigen Kontrollen sind wir einsame Spitze", vom Importeur oder Erzeuger, über den Großhandel bis zum Einzelhandel werde in Deutschland für sichere Nahrungsmittel gesorgt. Zum Thema Lebensmittelsicherheit referiert Mit-Geschäftsführer Jürgen Kuballa kommende Woche in der HAW in Lohbrügge. "Nur noch Bioprodukte oder gar nichts mehr essen, das ist nicht die Alternative", bekundet er verschmitzt lächelnd.