Verkehrsbetriebe

VHH künftig Hamburgs Nummer drei

Bergedorf/Schenefeld. Seit 2006 arbeiten die PVG (Pinneberger Verkehrsgesellschaft mbH) und die VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG) eng zusammen. Am 1. Dezember ist die PVG Geschichte: Wie Dr. Thomas Becker gestern mitteilte, fusionieren beide Unternehmen, werden künftig als VHH der drittgrößte Verkehrsträger unter dem Dach des Hamburger Verkehrsverbunds.

Die nackten Zahlen sind eindrucksvoll: "Mit 1600 Mitarbeitern, 600 Bussen und 160 Linien befördern wir dann 105 Millionen Menschen im Jahr, steigen auf zur Nummer drei im HVV - nach den HHA und der Hamburger S-Bahn", erläutert Becker. Bislang ist er, wie schon sein Vorgänger Ralf-Dieter Peemöller, in Personalunion VHH-Vorstand und PVG-Geschäftsführer.

Künftig wird einiges einfacher, nicht nur die korrekte Bezeichnung des Chefs. "In vielen internen Prozessen sind wir bereits zusammengewachsen, allerdings gibt es aus formalen Gründen Abläufe, die erst durch die Verschmelzung entfallen können."

VHH und PVG müssen sich für Erledigung bestimmter Aufgaben nicht mehr gegenseitig Rechnungen schreiben. In Zukunft reicht ein Jahresabschluss statt bislang zwei, "und dann gilt auch nur noch ein statt bislang zwei Tarifverträge - das freut die Personalabteilung", sagt Becker.

An Personalbbau sei dabei ebenso wenig gedacht wie an die Aufgabe von Standorten, betont Becker. Tatsächlich versorgt das Unternehmen künftig eine Fläche, die weitaus größer ist als das Bundesland Hamburg. Das Gebiet erstreckt sich von Wedel über Elmshorn, Neumünster, Ahrensburg, Glinde und Reinbek bis Geesthacht und nach Lauenburg. Die Busse fahren auch quer durch die Hamburger Innenstadt.

Bergedorf bleibt Sitz der fusionierten Gesellschaft, sie soll weiterhin ein Standbein am bisherigen PVG-Sitz Schenefeld behalten. Die vielen Millionen Fahrgäste sollen die Fusion kaum bemerken, im Idealfall nur ein neues Firmenlogo auf den Bussen wahrnehmen.

Im Hamburger Osten bleibt alles beim alten, bestätigt VHH-Sprecher Rolf Westphalen: "Von Bergedorf werden weiter die Nebenstellen Geesthacht und Lauenburg bedient, vom Betriebshof in Glinde Billbrook, Ahrensburg und Rahlstedt."

Für bisher rund 600 PVG-Mitarbeiter gilt künftig nicht mehr der Tarifvertrag des privaten Omnibusverkehrs Nord (Schleswig-Holstein), sondern der HVV-Haustarifvertrag, bestätigt Max Leibinger, Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Mit einem Grundlohn von 2100 bis 2500 Euro (ohne Schichtzuschläge) "liegt das Einkommen auf Hamburger Niveau, entspricht etwa dem bei der HHA".