Radstation

In einem Jahr aus den roten Zahlen?

Bergedorf (he). Das Fahrradparken am Bergedorfer Bahnhof bleibt ein Reizthema. Während Kritiker weiter bemängeln, dass die Nutzung der Radstation kostenpflichtig ist, sorgen sich andere, dass die Auslastung nicht reicht, den Betrieb dauerhaft zu finanzieren.

In Bergedorfs Verkehrsausschuss soll ein Vertreter der Betreibergesellschaft Hamburger Arbeit (HAB) Service-GmbH erläutern, wie der Sachstand ist. Um den Bahnhof müht sich der Bezirk, zumindest Behinderten-Aufgänge und Treppengeländer frei von Fahrrädern zu halten.

Dass die Radstation bislang nicht die erhoffte Akzeptanz findet, alarmiert Politiker: Mehr noch als die 20 000 Euro Bezirksmittel als Anschubfinanzierung sorgen sich hinter vorgehaltener Hand manche, dass bei einem Scheitern am neuen Bahnhof eine Investitionsruine drohen könnte.

Mitarbeiter und Betreiber setzen dagegen auf langen Atem: Mit derzeit einem guten Drittel Auslastung in der Abstellanlage für 500 Räder sei nach einem halben Jahr ein guter Anfang gemacht. Der Werkstattbetrieb entwickele sich vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda.

"Nach langwierigen Verzögerungen bis zur Fertigstellung ist die Radstation erst seit Ende April im Betrieb - mit den aktuellen Zahlen können wir nicht zufrieden sein", sagt Gert Kekstadt. Die seien jedoch kein Grund zur Beunruhigung, meint der Geschäftsführer der HAB Service GmbH. "Die Auslastung steigt kontinuierlich, Ende 2013 werden wir voraussichtlich schwarze Zahlen erreichen."

Darüber, dass die Radstation nicht die Lösung aller Probleme sein könne, herrscht in Bergedorfs Politik Einigkeit. So möchten Jan Penz (Piraten) und Lutz Jobs (Linksfraktion) Aufschluss dazu, ob und wie die kostenfreie Alternative, das Parkhaus unterm ZOB, weiterhin von Radfahrern genutzt werden kann. Kritik an der Ungleichbehandlung von Radlern und Autonutzern und die Forderung von Jobs, den Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club dazu zu laden, stoßen bei Mathias Zaum (CDU) auf wenig Gegenliebe. "Zunächst einmal wollen wir eine wertfreie Behandlung des Themas Fahrradparkhaus."

Tatsächlich favorisiert Bergedorfs Politik auf Vorschlag von SPD-Fraktionschef Werner Omniczynski eine zweistufige Behandlung im Fachausschuss. In einem ersten Schritt soll die HAB über die Situation des Fahrradparkhauses berichten. In einer späteren Sitzung könnten dann das CCB-Management als Betreiber des ZOB-Parkhauses sowie der ADFC zu Wort kommen.