Feuerwehr

Rettung in letzter Minute - "Diesmal war es knapp!"

Bergedorf-West (cn). "Wie häufig noch will der Mann sein Schicksal herausfordern?", fragen sich die Nachbarn im Mehrfamilienhaus an der Fockenweide 37 - und in ihrer Frage schwingt ein ängstlicher Unterton mit.

Zwei Mal schon war der 44-jährige Björn C. tief eingeschlafen und hatte die brutzelnde Pfanne auf dem Herd vergessen. Zwei Mal hat er sein Leben aufmerksamen Nachbarn und dem schnellen Eingreifen der Bergedorfer Feuerwehr zu verdanken.

Als diese gestern um kurz vor 9 Uhr in der Fockenweide eintrifft, ist das Treppenhaus schon stark verqualmt, wie aus einem Schlot quillt der Rauch unter der Wohnungstür hervor. Unter Atemschutz brechen die Retter die Tür auf, löschen die glühende Pfanne auf dem Herd. Im Wohnzimmer entdecken die Helfer den Mieter, tief schnarchend auf der Couch. Auf Socken schleppen die Feuerwehrleute den Mann ins Freie, versorgen ihn mit Sauerstoff - immer wieder kippt der Volltrunkene weg. Ein Rettungswagen wird angefordert, doch der 44-Jährige lehnt den Transport ins Krankenhaus ab.

"Diesmal war es wirklich knapp", meint Feuerwehreinsatzleiter Jens Kowe. Seine Kameraden haben den Mieter einer Eigentumswohnung bereits Mitte November vergangenen Jahres aus einer ganz ähnlichen Situation gerettet. Damals hatte der Rauchmelder angeschlagen. "Der lag diesmal abmontiert und funktionsunfähig im Schuhregal", beobachtete Kowe entsetzt.

"Das ist doch brandgefährlich, für uns alle", sorgen sich die Nachbarn. Kontakt haben sie wenig, C. lebe zurückgezogen und unauffällig: "Solange er nicht getrunken hat."