Rise-Förderung

Workshop soll Neuallermöhe Weg weisen

Neuallermöhe (he). Nach Aufnahme von Neuallermöhe ins Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (Rise) machen die Verantwortlichen Tempo.

Die Fachfrauen aus dem Bezirksamt, Rise-Koordinatorin Dr. Ingrid Stöckl und Gebietskoordinatorin Kerstin Seidel, haben die Stadtteilkonferenz bereits über die nächsten Schritte informiert. So muss der Quartiersentwickler europaweit ausgeschrieben, dann ein Stadtteilbüro gefunden werden. Ein Workshop soll Aufschluss über wünschenswerte Projekte geben, erläuterte Kerstin Seidel.

Als Ziele nennt die für den Doppelstadtteil erstellte Problem- und Potenzialanalyse ein breites Spektrum: Es reicht von besserer sozialer Durchmischung von Neuallermöhe-West, etwa durch Bebauung von Brachflächen und Zuzug stabilisierender Bewohner, über mehr Angebote für Jugendliche und zur Sprachförderung bis zu Strategien für den Umgang mit "öffentlichen Trinkergruppen" und Belebung von Parks und öffentlichen Flächen.

Die Integration der überdurchschnittlich vielen Menschen ausländischer Herkunft soll durch mehrsprachige Angebote gefördert und Jugendliche beim Weg von der Schule ins Arbeitsleben begleitet werden. Die drei Nahversorgungszentren müssen gestärkt werden, damit sich die Bewohner in Neuallermöhe mit alltäglichen Gütern und einigem mehr versorgen können.

Gut 1,36 Millionen Euro nennt das 120-Seiten-Papier für Maßnahmen. "Diese Summe ist aber nicht fix, gut möglich, dass für wichtige Projekte mehr Geld fließt", betont Ingrid Stöckl. Allerdings müssten diese "in den Zielkorridor passen", etwa der Verbesserung von Bildung, Sozial- oder Infrastruktur dienen.

Neuallermöhe wird nach Lohbrügge-Nord und Bergedorf-Süd das dritte Projekt aktiver Quartiersförderung sein, das im Bezirk zeitgleich läuft. Es ist bis 2019 befristet.

Auch in der Vergangenheit wurden aus Fördertöpfen Maßnahmen zur Aufwertung von Quartieren bezahlt, so Mietergärten in Bergedorf-West, die Sanierung von Sportanlagen oder neue Vereinshäuser (Lohbrügge). Stöckl: "Die Förderung soll immer nur Anschub sein, wie etwa für den Stadtteiltreff Haus brügge, wir müssen im Blick haben, wie werden Projekte nach Ende des Förderprogramms weiter finanziert."

In der Stadtteilkonferenz fiel diese Mahnung neben aller Freude über das Rise-Programm auf fruchtbaren Boden. Die Frage dürfe nicht nur sein, was nötig sei, "wir müssen auch fragen, was sich dauerhaft finanzieren lässt", bekräftigt der Sprecher Uwe Jensen. Jensen, zugleich Chef des Bürgerhauses Allermöhe, weiß nur zu gut um die Probleme. So unterschiedlich die Entstehungsgeschichte der vier Bergedorfer Häuser ist, alle leiden heute unter Geldmangel, drei vor allem deswegen, weil ihre Entstehung aus Fördertöpfen oder Umlagen von Bauträgern befördert wurde, ohne Vorsorge für die Zukunft zu treffen.

"Wir müssen Druck widerstehen", mahnt Jensen. "Vordringlich ist nicht, schnell Geld zu verbauen. Danach weiß dann nämlich niemand, wie neue Einrichtungen dauerhaft finanziert werden können."

"Vordringlich ist nicht, schnell Geld zu verbauen. Wir müssen sehen, was sich dauerhaft finanzieren lässt."

Sprecher Uwe Jensen, mit Blick auf Bürgerhäuser, Treffs und Co.