Geduldsspiel

So lässt Hamburg die Bergedorfer hängen

Bergedorf. "Ich wüsste gern, was aus unserem Vorhaben geworden ist, bei der Feuerwache auf dem Lohbrügger Marktplatz spezielle Parkplätze für Feuerwehrleute auszuweisen": Der Bergedorfer CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh ist mit seiner Kritik nicht allein.

Bei den Planungen für eine Umgestaltung des Lohbrügger Markts, die im Frühjahr auf Eis gelegt wurden, war eine solche Feuerwehr-Parkreihe mit acht Stellplätzen stets Bestandteil gewesen. um zu gewährleisten, dass die Retter bei Noteinsätzen schnell ihre Einsatzfahrzeug erreichen. Als die Marktumgestaltung dann an den Kosten scheiterte, waren Politik, Verwaltung und Marktbeschicker einig, dass das neue Parkrecht vor der Wache als Einzelmaßnahme verwirklicht werden sollte. Doch geschehen ist seitdem nichts.

Grund genug für CDU-Mann Froh, einen Sachstandsbericht zur Stellplatz-Frage in letzter Minute auf die Tagesordnung des Verkehrsausschusses zu bringen.

"Die Sache hängt in Hamburg fest", berichtete Bergedorfs Tiefbauchef Joachim Bruschke den erstaunten Politikern. Weil es sich bei dem Vorhaben um privilegierte Behandlung einzelner Verkehrsteilnehmer handelt, sei die Zustimmung der Polizei erforderlich. Die habe den Vorgang an die zuständige Grundsatzabteilung der Innenbehörde durchgereicht, wo er seit mehreren Monaten schlummert. Nun wird es langsam Winter in Deutschland, und Straßenmarkierungsarbeiten sind unter fünf Grad nicht machbar.

"Es ist leider nicht unser einziges Projekt, das auf Hamburger Behördenschreibtischen einstaubt", ärgert sich Froh. Er erinnert an die noch immer nicht errichtete Treppe vom nördlichen B 5-Bürgersteig zu Serrahnufer und Fußgängerunterführung. Ursprünglich wollte der Bezirk die Stufen mit einem Budget von 40 000 Euro selbst verwirklichen. Dann zog der Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) die Planung mit der Begründung an sich, dass es sich bei der B 5 um eine Bundesstraße handelt. Im Nu war die Treppe 98 000 Euro teuer. "Wir haben das Geld zähneknirschend nachträglich bereitgestellt, nun liegt der Bauantrag seit einem halben Jahr beim LSBG und wartet auf dessen Stempel", klagt auch der Verkehrsausschussvorsitzende Bernd Schrum (SPD).

"Ich muss den Vorgang mal suchen", erklärte gestern Mittag ein LSBG-Mitarbeiter auf "bz"-Anfrage. Gefunden hatte er ihn bis zum Abend nicht.