Vogelschutz

Ein ausgezeichneter Vater der Störche

Bergedorf. Der Storchenvater aus Kirchwerder - unter dieser Bezeichnung ist Jürgen Pelch weit über die Grenzen der Vier- und Marschlande bekannt. Bereits seit 36 Jahren engagiert sich der 65-Jährige ehrenamtlich im Naturschutzbund (Nabu) für den Weißstorch und den Erhalt seines Lebensraumes.

Sein unermüdlicher Einsatz für den Storchen- und Wiesenvogelschutz in Hamburg wurde gestern als "UN-Dekade-Projekt" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet. Es gilt als bedeutendes Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland und soll weitere Menschen zur Erhaltung motivieren.

Staatsrat Holger Lange der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt überreichte Jürgen Pelch in einer Feierstunde im Spiegelsaal des Bergedorfer Rathauses die offizielle Urkunde, die der 65-jährige Gärtner und Florist mit Stolz, aber bescheiden in Empfang nahm. "Ich stehe hier nur stellvertretend für viele engagierte Naturschützer", betonte er.

Doch den Erfolg seiner langjährigen Arbeit kann er nicht verleugnen: Als 1976 sein Einsatz für die Störche begann, gab es in Hamburg nur fünf Paare. In diesem Frühjahr kehrten 23 Paare aus dem afrikanischen Winterquartier in die Heimat zurück, von denen 15 erfolgreich brüteten.

Doch ihr "Vater", der seine Zuneigung zu den Störchen und der Natur auf einem Schulausflug in die Elbmarsch entdeckte, sieht die Zukunft des weißgefiederten Vogels in Gefahr: "Durch den zunehmenden Anbau von Mais und Raps bleibt zu wenig Lebensraum für die Beutetiere des Storchs. Außerdem muss bei den Windkraftanlagen der Abstand zum Storchenhorst unbedingt eingehalten werden", warnte er während seiner Ehrung. "Das ist typisch Jürgen Pelch", sagte der Vorsitzende des Nabu-Hamburg Alexander Porschke. "Er lässt keine Gelegenheit aus, um für seine Störche zu kämpfen".