Aktionstag

Mit Hygiene nächster Epidemie vorbeugen

Bergedorf/Lohbrügge. "Hamburg steht für Hygiene" - unter diesem Motto haben die Hansestadt und die Hamburger Ärztekammer den 6. Hamburger Gesundheitstag anberaumt. Am Mittwoch, 17. Oktober, gibt es dazu Vorträge und Diskussionen in allen sieben Bezirken.

Um Hygiene in Tätowierstudios und die Entwicklung der Tuberkulose geht es in Hamburg-Mitte, um Lausbefall in Kitas in Hamburg-Nord, um Masern in Altona. In Bergedorf richten das Gesundheitsamt und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) den Gesundheitstag von 9 bis 12.30 Uhr in den HAW-Räumen an der Lohbrügger Kirchstraße 65 aus. "Hygiene in Zeiten von EHEC", lautet hier das Motto - eineinhalb Jahre nach der schlimmen EHEC-Epidemie. "Auch nach Abschluss des EHEC-Ausbruchs und zum Schutz vor anderen Krankheitskeimen ist es unverändert wichtig, auf eine gründliche Hände- und Lebensmittehygiene zu achten", mahnt Dr. Hans-Jürgen Galle, Chef des Bergedorfer Gesundheitsamtes. "Die Infektion von mehr als 10 000 überwiegend jungen Menschen in Ostdeutschland durch keimbelastete Erdbeeren hat vor kurzem wieder gezeigt, wie schnell es zur Epidemie kommt", ergänzt Dr. Ralf Reintjes, Professor für Epidemiologie an der HAW. Dort besteht am Mittwoch ab 9 Uhr Gelegenheit, sich umfassend über Händedesinfektion und Hautschutz zu informieren.

In einem gemeinsamen 90-minütigen Vortrag ab 10.15 Uhr schildern Reintjes und Galle am Beispiel der EHEC-Seuche 2011, wie Ärzte und Behörden beim Ausbruch einer Epidemie arbeiten. "Wir sind als medizinische Detektive am Werk mit dem dringlichen Auftrag, die Herkunft der Keime zu ermitteln", sagt Reintjes. Von seinerzeit 21 EHEC-Fällen in Bergedorf waren laut Galle sieben Patienten an dem lebensgefährlichen HUS-Syndrom mit Nierenversagen erkrankt. Über die dramatische Situation mit HUS-Patienten auf der Dialyse-Station berichtet in dem Vortrag eine Dialyseschwester aus Dulsberg. Der Eintritt ist frei.