Filmforum

Politische Dokumentarfilme eindrucksvoll inszeniert

Bergedorf. Mit der dunklen Jahreszeit nimmt das Filmforum Bergedorf wieder seine Arbeit auf.

Die Initiatoren Inken Bruns, Andrea Schlicht und Thomas Deuber präsentieren schon seit sieben Jahren immer zwischen Oktober und April überwiegend politische Dokumentarfilme im Kulturforum am Serrahn. "Mit den Jahren hat sich ein Publikum von mehreren Hundert Leuten gebildet, die immer mal wieder kommen", beschreibt Thomas Deuber. Meist sind 30 bis 50 Kinogäste bei den Vorstellungen, manchmal ist der kleine Saal auch mit 80 Filmfreunden bis zum letzten Platz besetzt.

Mit "Himmel und Mehr - Dorothea Buck auf der Spur" startet die Filmforum-Saison am Mittwoch, 10. Oktober. Filmemacherin Alexandra Pohlmeier hat ein spätes Porträt der Bildhauerin gezeichnet, die in ihrer Jugend an Schizophrenie erkrankte, knapp der Euthanasie durch die Nazis entkam und später ihren eigenen Weg der Genesung entwickelt und beschritten hat. Nach der Vorführung stehen Pohlmeier und die 95-jährige Buck für ein Gespräch zur Verfügung. Der Filmabend ist gemeinsam mit der Bergedorfer Behinderteneinrichtung "Der Begleiter" entstanden.

Mit ihrem kunstvollen Streifen "Work Hard - Play Hard" dokumentiert Carmen Losmann die modernen Formen von Architektur und Personalführung in Großbetrieben und bietet damit Diskussionsstoff für alle, die Begriffe aus dem Arbeitsleben wie "Selbstevaluation" oder "Kompetenzraster" noch nicht verstanden haben. Vorführung am 7. November.

"Das Ding am Deich" dokumentiert am Mittwoch, 28. November, die Auseinandersetzungen um das AKW Brokdorf in den Jahren um 1980. Die Hamburger Filmemacherin Antje Hubert hat jahrelang den Widerstand in dem schleswig-holsteinischen Dorf an der Unterelbe aufgezeichnet. Sie hat ihre Teilnahme an dem Filmabend im Serrahn-Kulturforum zugesagt.

Noch nicht ganz fest steht, ob und wann das Filmforum-Team den Dokumentarfilm "Speed" zeigen kann. Dabei handelt es sich nicht etwa um den gleichnamigen Action-Thriller mit Sandra Bullock aus den 90er-Jahren. Vielmehr sucht der Film nach Antworten auf die Frage, ob die Digitalisierung des Alltags tatsächlich zu Zeitersparnis führt. "Ich kenne ein Architekturbüro in Hamburg", sagt Thomas Deuber, "die haben jetzt ihren E-Mail-Verkehr eingestellt und machen stattdessen alles wieder per Post und Kurier. Die vielen überflüssigen Mails hatten das Personal zu viel Zeit gekostet."

Der Eintritt zu den Filmabenden an der Serrahnstraße beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Beginn ist immer um 20 Uhr.