Drei Fragen

"Integration kann gelingen"

Welche Tipps geben Sie Migranten, um erfolgreich im Berufsleben zu werden?

Jorge Birkner:

Gute Deutschkenntnisse erhöhen die Arbeitsmarktchancen. Verschiedene Träger bieten Sprachkurse an, auch für berufsbezogenes Deutsch. Auch die Herkunftssprache kann eine zusätzliche Qualifikation sein. Doch selbst gut qualifizierte und integrierte Migranten haben teilweise aufgrund ihrer Herkunft mit Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen. Die Antidiskriminierungsberatung des Trägers Basis und Woge e. V. ist hier eine wichtige Anlaufstelle.

Was wurde im bisherigen Integrationsprozess versäumt?

Viele der heutigen Herausforderungen sind das Resultat jahrzehntelanger Versäumnisse. Das bedeutet, unsere Gesellschaft hat seit den frühen 1950er-Jahren Millionen von Menschen aufgenommen, ohne eine koordinierte Integrationspolitik. Ich bin aber zuversichtlich, dass Integration gelingen wird. Dafür bedarf es auch des Engagements der Zivilgesellschaft.

Worauf sollte zukünftig im Integrationsprozess geachtet werden?

Wir dürfen die jüngsten Generationen der Migranten nicht verlieren. Unser Schulsystem bietet leider keine Chancengleichheit. Der Bildungserfolg von Kindern ist stark von ihrer sozialen Herkunft abhängig. Migrantische Kinder sind hier häufig benachteiligt, etwa wenn zu ihrer sozialen Situation auf Seiten der Eltern auch noch Sprachdefizite und geringe Kenntnisse über das deutsche Bildungssystem hinzu kommen.

Es bedarf deshalb gezielter zusätzlicher Förderung. Die Potenziale dieser Generation können für unsere Gesellschaft ein Gewinn sein.