Sankt Marien

Großzügige Katholiken gesucht

Bergedorf. Gottes Segen, aber vor allem ein großzügiges Herz wünscht Pastor Burkhard Göcke seinen 8856 Gemeindemitgliedern aus Neuallermöhe und Bergedorf. Die Katholiken starten am Sonntag eine Spendenaktion für die Sanierung ihrer fünfeckigen Kirche St. Marien Am Sichter:

659 000 Euro kostet es, marode Kirchenmauern und Fenster, Dach, Sakristei und nicht zuletzt auch die Beleuchtung auf Vordermann zu kriegen - wohlgemerkt alles im Sinne des Denkmalschutzes, der genau vorschreibt, dass sich die "Profilstruktur" nicht ändern darf, optische Neuerungen also unerwünscht sind.

Dabei ist die "Betonbauphase der 60er-Jahre" kein architektonisches Highlight, auch die Bautechnik ließ vor 45 Jahren zu wünschen übrig: "Für die Stabilität zwischen Ziegel und Beton hat man damals Querstangen statt Stahl-Verankerungen mit Spiraldrahtankern genommen", weiß Kirchenvorstand Horst Achilles, der fürchtet, aus 18 Metern Höhe könnten Steine herunterfallen: "Die Fugenmasse und auch der Naturklinker hat viel Wasser aufgesogen, ist brüchig geworden."

Und so ist das Gotteshaus längst eingerüstet - auch von innen: Alle Fenster, eine Fläche von 240 Quadratmetern, müssen herausgeschnitten und -gehämmert werden, wobei natürlich Splitter fliegen (werktags ist die Kirche derzeit geschlossen). Allein der Ersatz durch Thermo-Fenster kostet etwa 185 000 Euro.

Einen weiteren Posten macht das Kirchendach aus, das neue Kuppeln bekommt, durch die das Licht künftig direkt auf den Altar strahlen wird, hinzu kommt eine indirekte Beleuchtung für 48 000 Euro. Nicht zuletzt wird die Sakristei für 61 000 Euro verändert, kann durch Versetzen einer Mauer eine Behinderten-Toilette eingebaut werden.

Nur einen Teil der Kosten muss die Gemeinde selbst tragen, satte 485 000 Euro gibt das Bistum dazu. Der verbleibende Eigenanteil von 174 000 Euro kann schon mit 85 000 Euro abgedeckt werden. Das Geld war eigentlich für die Jugend gespart worden, doch ihr just eingeweihter Jugendkeller ist derzeit nicht nutzbar.

Es bleibt eine Herausforderung: Auf insgesamt 89 000 Euro beläuft sich die Finanzierungslücke, für die nun "Bauspender" gesucht werden. Sie können sich am Sonntag bei der Tür-Kollekte nach dem Gottesdienst großzügig zeigen und auch den neuen "Bau-Pfarrbrief" einsehen. Wer mag, bedient das Spendenkonto Nr. 1040/21 71 94 bei der Hamburger Sparkasse.

Hoffentlich bis Weihnachten sollen zumindest die Außenarbeiten fertig sein. Bis dahin soll auch die Diskussion um "pastorale Räume" gediehen sein: "Die Landeskirche Nord soll auf 35 Pfarreien schrumpfen. Derzeit sind wir im Gespräch mit Reinbek und Geesthacht, dann würde nur ein Pfarrer das Management übernehmen", erklärt Burkhard Göcke (63), der Anfang 2013 erste Kooperationen "festklopfen" möchte.