Förderschüler

Leuschnerstraße bald ohne Grundschule?

Lohbrügge. Großes Stühlerücken in Lohbrügge: Die Schulbehörde will zum 1. November ein Regionales Bildungs- und Beratungszentrum gründen, das sogenannte ReBBZ soll ins Gebäude der jetzigen Grundschule an der Leuschnerstraße einziehen.

Im selben Zug werden die Förderschulen An der Twiete, Billwerder Straße und die Sprachheilschule am Reinbeker Redder aufgelöst - Kinder mit besonderem Förderbedarf sollen künftig Stadtteilschulen besuchen oder eben im ReBBZ unterrichtet werden. Dort soll sich auch die regionale Beratungs- und Unterstützungsstelle (Rebus) ansiedeln, also ihren Sitz am Billwerder Billdeich aufgeben.

Eine entsprechende Vorlage wird derzeit auf allen Schulkonferenzen diskutiert, Kreislehrer- und Schülerkammer sind ebenso gefragt wie die Elternkammer. Auch die Bezirksversammlung ist aufgefordert, bis zum 29. September eine Stellungsnahme abzugeben, denn schon am 31. Oktober möchte die Hamburger Schuldeputation darüber entscheiden.

Wie viel die Umstrukturierung kosten wird, ist noch unklar, ebenso Details wie die genaue Raumnutzung oder auch die Verteilung von Leitungsfunktionen: Neben der ReBBZ-Gesamtleitung sollen Verantwortliche für die Bereiche Beratung und Bildung zusammenarbeiten, also sonderpädagogische und psychologische Diagnostik bündeln - in Kooperation mit dem Jugendamt und dem jugendpsychiatrischen Dienst.

"Der Prozess wird Jahre dauern, wir müssen sehen, wie das bei den Eltern ankommt", sagt Uwe Schneider. Der Leiter der Förderschule Billwerder Straße hat von einst 210 Schülern derzeit nur noch gut 80, auch An der Twiete gebe es nur noch 90 Schüler, eine Zusammenlegung sei also sinnvoll: "Am Reinbeker Redder sind es auch nicht mehr viele Kinder, wenn die Außenstellen nach Hamburg-Mitte abgegeben werden", meint Schneider, der betont, dass die Förderschule am Weidemoor weiterhin geistig und körperlich Behinderte unterrichten wird.

Während die Schulbehörde glaubt, die Grundschule (zuletzt 43 Anmeldungen) könne an der Leuschnerstraße parallel zum ReBBZ bleiben, meint der SPD-Politiker Bernd Schrum - zugleich Mitglied der Elternkammer - dass eher eine Erweiterung der Grundschule am Max-Eichholz-Ring infrage käme. Außerdem ist nicht geklärt, was mit den anderen Gebäuden passieren soll: An der Billwerder Straße etwa ließe sich Wohnungsbau realisieren, die Gebäude An der Twiete sind für Gymnasium und Stadtteilschule Lohbrügge interessant, die bis 2017 umgebaut werden - jetzt muss noch gefragt werden, ob die Schüler ihren Weg über das Gelände des Instituts für Holzwirtschaft abkürzen dürfen.

Und was wird aus der Sprachheilschule mit ihrer modernen Turnhalle am Reinbeker Redder? "Da könnte doch die Produktionsschule einziehen, die jetzt an der Alten Holstenstraße sitzt", überlegt SPD-Politiker Schrum, der jedoch zugleich vor Schnellschüssen warnt: "Wenn Kinder auf der Stadtteilschule nicht zurechtkommen, ihre Eltern doch lieber eine Förderschule wünschen, muss dafür Raum sein."