Zuwendungen

Bürgerhäuser: Politik fordert Gleichbehandlung

Bergedorf (he). Die Fraktionen der Bezirksversammlung machen Front für die Bürgerhäuser. Einstimmig haben alle fünf einem ursprünglich von der Linken formulierten Vorstoß zugestimmt.

Die Politik fordert Gleichbehandlung mit den Hamburger Einrichtungen, kritisiert, dass Bergedorfs vier Bürgerhäuser gerade 30 Prozent der in Hamburg üblichen Förderung erhalten.

Auf im Schnitt jeweils 178 000 Euro belaufen sich die Zuwendungen für die anderen sieben Hamburger Häuser, die Bergedorfer erhalten durchschnittlich nur 55 000 Euro. Norbert Reichelt weiß nur zu gut um die Nöte von Bürgerhaus Allermöhe und KulturA, Westibül und Haus brügge. Der Christdemokrat ist selbst im Lohbrügger Treff aktiv. "170 000 Besucher im Jahr belegen die große Beliebtheit unserer Einrichtungen", sagt er. Gelinge es nicht, mehr Geld aus Hamburg zu bekommen, "müssten wir doch noch über eine Umverteilung innerhalb Bergedorfs reden," so Reichelt.

Dass andere auf Kosten des Treffs in Bergedorf-West mehr Förderung erhalten, will Stephan Jersch nicht akzeptieren: "Das Westibül hat als Seniorenzentrum viel Geld mitgebracht, seinerzeit galt die Zusage, nicht zu kannibalisieren, das scheinen einige vergessen zu haben", mahnt der Linksfraktionschef. Die Lösung könne nur mehr Geld aus Hamburg bringen: "Nach 2012 kann der Bezirk nicht auch für das Jahr 2013 eine sechsstellige Summe bereitstellen."

Mit 100 000 Euro können die Einrichtungen 2012 die Streichung von Ein-Euro-Jobs durch die Hansestadt ausgleichen. "Wir brauchen aber, anders etwa als bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit, auch in Zukunft mehr und nicht weniger Angebote in den Bürgerhäusern", stellt SPD-Fraktionschef Werner Omniczynski klar. "Versäumnisse oder Kürzungen im Sozialbereich werden leider immer erst zu spät sichtbar", assistiert GAL-Chefin Liesing Lühr. "Die Häuser sind unverzichtbar für die soziale Stabilität in den Quartieren."

FDP-Abgeordnete erinnerten daran, dass Bergedorfs Politik die Träger in die Mitverantwortung genommen hat. "Sie sollen Zukunftsperspektiven entwickeln - die sehe ich bislang nicht", kritisiert Sven Eichner. Und Ernst Mohnike mahnt: "Die Träger sollten nicht darauf vertrauen, dass Manna vom Himmel fällt."