UK Boberg

Arthrose: Das Kreuz mit den Gelenken

Boberg (cr). Es beginnt mit dem Gefühl, etwas eingerostet zu sein. Später schmerzt das Gelenk bei jeder Belastung, dann verursachen die Knie, Hüfte oder Schulter auch im Ruhezustand heftige Beschwerden. Die Diagnose: Arthrose.

Der Gelenkverschleiß ist eine Volkskrankheit, unter der nach Schätzungen etwa fünf Millionen Deutsche leiden. Vermutlich sind sogar noch weit mehr Menschen betroffen - doch nicht jeder spürt Beschwerden.

Wer unter Arthrose leidet, kann sich oft kaum noch bewegen, muss stechende oder bohrende Schmerzen ertragen. Weil das Leiden immer mehr Menschen plagt, hat sich auch das BG Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg auf das Thema spezialisiert. Vor zwei Jahren wurde ein "Department für Endoprothetik" gegründet, in dem die Behandlungs- und Therapieabläufe optimiert wurden. Zudem werden regelmäßig Infoabende angeboten. Über "Hüft- und Kniegelenkarthrose - was ist zu tun?" informieren die Experten der Abteilung Unfallchirurgie erneut am Dienstag, 4. September, ab 18 Uhr im Hörsaal des Unfallkrankenhauses (Anmeldung: Telefon (040) 73 06-13 15 oder -13 48).

Nicht nur ältere Menschen kommen mit Gelenkproblemen in die Klinik an der Bergedorfer Straße 10. "Wir haben auch viele junge Patienten", sagt Oberarzt Dr. Jan Meiners (43). Oft sind Unfallverletzungen daran schuld, dass schon junge Menschen unter den Knorpelschäden leiden. Bei älteren Menschen verursachen beispielsweise Übergewicht und mangelnde (oder auch übertriebene) Bewegung die Arthrose.

Bei dem Gelenkverschleiß kommt es zu einer Schädigung des Knorpels, der die Knochen im Gelenkbereich bedeckt. Anfangs wird die Knorpelschicht immer dünner, später kann es sogar zu Knorpelverlust kommen. Da dann die Schutzschicht zum Knochen fehlt, schmerzt schließlich die kleinste Bewegung. Entzündungen können damit einhergehen.

"Eine Arthrose kann nicht rückgängig gemacht werden", sagt Oberarzt Dr. Matthias Jessel (50). Doch entgegen der landläufigen Meinung wird nicht leichtfertig zu Gelenkprothesen geraten, betonen die Mediziner: "Die Formel heißt: Gelenk erhalten vor Gelenkersatz", so Jessel. Patienten mit leichteren Beschwerden werden zunächst Bewegungstherapien oder Schmerzmittel verordnet. Kleinere Eingriffe wie eine Gelenkspiegelung sind erst der mögliche nächste Schritt. Dabei werden die Knorpel geglättet, um die Schmerzen zu reduzieren. Erst im fortgeschrittenen Stadium ist eine Prothese denkbar. Ein gesundes Gelenk könne sie zwar nicht ersetzen, "doch sie kann erheblich die Schmerzen reduzieren und die Mobilität verbessern", sagt Dr. Jan Meiners.

Nähere Informationen können sich Patienten auch bei der Messe "Du und Deine Welt" (22. - 30. 9.) holen, bei der das UK Boberg rund um Arthrose informiert. Die Therapiearbeit des UK Boberg fasst Dr. Meiners kurz zusammen: "Kleine Schnitte, moderne Prothesen, frühe Reha".