Wirtschaftsverband

Abwahl des WSB-Chefs beantragt

Bergedorf. Die Bergedorfer Wirtschaftsinitiative WSB bleibt zerstritten. Statt die Weichen für einen Neuanfang zu stellen, wurde die jüngste Beiratssitzung genutzt, die Abwahl des Vorstands um seinen Chef Richard Herrling für die Hauptversammlung am 20. September zu beantragen.

31 der 120 Mitglieder haben das zweiseitige Schreiben unterzeichnet, das wenige Stunden vor dem Beiratstreffen beim WSB eingegangen ist.

Herrling wird von den Antragstellern vorgeworfen, für "atmosphärische Störungen" unter anderem mit der Handelskammer, der Grundeigentümer-Initiative BID Sachsentor und deren Lenkungsgruppe verantwortlich zu sein. In den Augen anderer hat er sich in seiner erst sechsmonatigen Amtszeit dagegen einen Namen als Aufklärer einer Reihe von Unregelmäßigkeiten gemacht, vor allem im Bereich des BID Sachsentor, für das der WSB auch finanziell die Verantwortung trägt.

"Ich sehe mich als WSB-Vorsitzender in der Verpflichtung, diese Fragen aufzuklären und das in meinen Augen seit Jahren zu selbstständige Handeln im BID wieder in den rechtlichen Rahmen zu bringen", sagte Richard Herrling gestern. Gleichzeitig betonte er, in der Hauptversammlung mit dem kompletten Vorstand zurückzutreten - nachdem Tagesordnungspunkte wie der Jahresabschluss und die Entlastung auch seines Vorgängers Gero Tuttlewski beraten wurden.

Unterstützung erhält Herrling dabei von seinem designierten Nachfolger Thomas Buhck, den die große Mehrheit der WSB-Mitglieder als Hoffnungsträger für die Zukunft des Verbandes sieht. Er hatte sich im Vorfeld der Beiratssitzung deshalb noch intensiv darum bemüht, den Abwahlantrag zu verhindern. Nachdem das nicht gelang, ergriff er in der Versammlung Partei für Herrlings Sichtweise und kritisierte scharf das Verhalten der Unterzeichner, unter denen sich zahlreiche Einzelhändler des Sachsentors befinden.

Gegenüber unserer Zeitung machte Buhck gestern deutlich, trotz der Differenzen auch weiter als Vorsitzender kandidieren zu wollen: "Ich stehe zu meinem Wort und trete an, sofern bis 20. September alle im WSB an einem Strang ziehen."

Ob das gelingt, mag aber scheinbar auch Thomas Buhck noch nicht ganz glauben. Denn sein bereits gefundenes Vorstands-Team bleibt weiter geheim, mit Ausnahme des schon benannten Maklers Malte Landmann, der stellvertretender WSB-Chef werden soll. "Ich möchte nicht, dass die Namen dieser engagierten Unternehmer durch die anhaltenden Querelen beschädigt werden", sagt Buhck.

Die klare Ansage von Thomas Buhck scheint mittlerweile auch die Unterzeichner des Abwahl-Antrages zu beeindrucken: Mehr als die Hälfte von ihnen zog ihre Unterstützung bis gestern Abend zurück. Sollte allerdings auch nur einer damit noch bis zum kommenden Dienstag zögern, wird der Antrag sich auf der dann zu verschickenden Tagesordnung der WSB-Hauptversammlung wiederfinden.

"Ich trete an, sofern bis zur Hauptversammlung alle im WSB an einem Strang ziehen." Thomas Buhck