ZOB

Kein Notruf und keine Anzeigetafel

Verpackungskünstler Christo wird sicher neidisch, wenn er das sieht: Keines der von ihm kunstvoll eingepackten Objekte bleibt so lange verhüllt wie die Notrufsäule auf dem Bussteig des Bergedorfer ZOB. Seit der ZOB-Eröffnung am 18. September 2011 hat das Gerät noch keinen einzigen Tag funktioniert.

"Wir haben leider immer noch Leitungs- und Software-Probleme", sagt entschuldigend VHH-Sprecher Kay Goetze. In wenigen Wochen, kündigt er an, soll das Problem aber endlich gelöst sein. Die Sicherheit auf dem ZOB ist nach seinen Worten aber gewährleistet: "Dafür sorgt die Videokamera-Anlage, die bestens funktioniert."

Es gibt noch eine zweite Langzeit-Baustelle auf dem ZOB, von der VHH-Kunden zunehmend genervt sind. Allen Fahrgästen, die auf dem Bergedorfer ZOB am Abfahrtsbereich A warten, fehlt seit Monaten die Information, in wie viel Minuten ihr Bus eintreffen wird. Schon im Januar wurde hier die elektronische Anzeigetafel der bevorstehenden Abfahrten entfernt und die Station wegen der Bauarbeiten als provisorische Haltestelle ausgeschildert. Doch gebaut wird hier schon lange nicht mehr, und die Anzeigetafel fehlt Tausenden von Kunden, die hier täglich in die Busse der Linien 12 oder 136 steigen. "Seit Januar ist die Anzeigetafel weg, Mitte März habe ich bei den VHH schriftlich nachgefragt", klagt Fahrgast und "bz"-Leser Andreas K. aus Bergedorf. "Jemand vom Beschwerdemanagement antwortete damals, dass nur eine Genehmigung vom Statiker fehlt, um die Tafel aufzuhängen." Doch mehr als vier Monate später hat sich noch immer nichts getan.

Andreas K. ließ nicht locker, fragte persönlich in der VHH-Zentrale am Curslacker Neuen Deich nach, ob es denn wirklich so schwierig sei, eine statische Genehmigung zu bekommen. "Dort wurde mir aber nur mitgeteilt, dass die Sache in der Bearbeitung ist und dass täglich angefragt wird, wann die Tafel endlich kommt."

Laut VHH-Sprecher Kay Goetze musste das Anzeigeschild entfernt und das Dach umgebaut werden, weil zu Beginn die Stabilität nicht gewährleistet war. "Das ist jetzt aber korrigiert, und alle statischen Fragen und Prüfungen sind abgearbeitet. Wir warten jetzt nur noch händeringend darauf, dass die beauftragte Firma uns einen Montagetermin nennt." Nach seinen Worten ist es wohl dem Bau-Boom im Großraum Hamburg geschuldet, dass Auftraggeber monatelang auf die Betriebe warten müssen.

"Wir warten auf den Montagetermin. Das liegt wohl am Bau-Boom in Hamburg."

Kay Goetze, Sprecher der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH)