Baumarkt

Der Weg für Obi ist frei

Bergedorf (he). Die Diskussion um einen weiteren Baumarkt für Bergedorf und die Folgen haben Politik und Verwaltung schon ein knappes Jahrzehnt beschäftigt. "Haben wir nicht schon genügend Märkte?", hieß es schon, als noch Max Bahr eine neue Dependance plante.

Und was ist mit dem zusätzlichen Verkehr? Jetzt sind (Bau-)Fortschritte erkennbar: Auf dem Gelände vis-à-vis der Hauni läuft der Abriss alter Industriehallen auf Hochtouren.

Obi will auf den früheren Flächen von Kap-Asbest beziehungsweise der Hauni-Tochter Topak einen Markt von 8000 Quadratmetern mit fast 200 Parkplätzen errichten - ohne dass Hamburg an der heute schon zeitweilig chaotischen Verkehrssituation im Umfeld etwas ändern würde.

Mit täglich rund 32 000 Kfz auf dem Sander Damm und 18 000 auf der Kurt-A.-Körber-Chaussee sind die Straßen heute schon über Gebühr belastet. Regelmäßige Staus teils über viele Hundert Meter sind die Folge. Geschätzt 2000 Autos zusätzlich von Baumarktkunden sind Hamburg keine Anstrengung Wert: "An einen Ausbau ist nicht gedacht. Er ist aus erschließungstechnischer Sicht nicht notwendig", bestätigt Helma Krstanoski, Sprecherin der inzwischen auch für Verkehr zuständigen Wirtschaftsbehörde, die Haltung der Hansestadt, die sich seit Jahren nicht verändert hat.

Neben der Abbruchgenehmigung liegt die Baugenehmigung für den Obi-Markt vor. "Die Zufahrt zu den Kundenparkplätzen erfolgt später von der Kurt-A.-Körber-Chaussee, der Lieferverkehr dagegen wird vom Sander Damm abbiegen und den Baumarkt umrunden", erläutert Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski. "Wir gehen davon aus, dass noch 2012 mit dem Bau begonnen wird", sagt Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Bis dahin sind die alten Industrie-Hallen und die Verwaltungsgebäude nahe der Kreuzung verschwunden, auch Bauarbeiter, die mit Atemmasken versehen auf der Fläche tätig sind. Dieser Schutz steht in keinem Zusammenhang mit der gesundheitsgefährdenden Asbestproduktion früher bei Kap-Asbest, dient dem Schutz vor Glaswolle-Dämmung, die die Arbeiter aus den alten Bauten reißen: "Aktuell liegt keine Asbestbelastung mehr vor", bestätigt Helmut Hoffmann, Chef des Bergedorfer Verbraucherschutzamtes.